Paraty

Da wir gelesen hatten, dass es in Rio am Wochenende besonders gefährlich sei, sind wir am Samstag Mittag aus Rio losgefahren. (Ein bisschen schweren Herzens, da an diesem Tag endlich mal die Sonne schien…)

In Südamerika bewegt man sich per Bus, wenn man längere Strecken zurücklegen möchte. Das Busnetz ist gut ausgebaut und die Busse sehr modern.

Leider sind die Busse auch teuer als erwartet, die Preise ähnlich wie in Deutschland. Egal, Alternativen gibt’s nicht.

Unsere Busgesellschaft hieß Costa Verde. Unser Ziel: die kleine Stadt Paraty weiter südlich am Meer.

Während der viereinhalb stündigen Fahrt merkten wir schnell, das der Name der Gesellschaft nicht zu viel versprochen hatte. Die komplette Fahrt verlief entlang der Küste und ein Ausblick war schöner als der andere! (Damit ging meine Beitragsverspätung übrigens los. Eigentlich wollte ich während der Fahrt über Rio schreiben, stattdessen habe ich nur aus dem Fenster geguckt und gestaunt.)

Aus den Unmengen an Fotos, die ich gemacht habe, habe ich euch mal ein schönes herausgesucht:

(In echt war’s noch viel atemberaubender… Was mir besonders gut gefällt ist, dass so viele kleine Inseln direkt an der Küste liegen. Das macht alles noch mal soo viel schöner, meiner Meinung nach.)

Weihnachtsbaum in der subtropischen Version. (Viele andere bestehen aus Plastikflaschen und haben einen ganz besonderen Charme.)

Als wir in Paraty ankamen, fing es bereits an zu dämmern. Von Rio noch ziemlich nervös, beeilten wir uns, unser Hostel zu erreichen. Nach nur wenigen Minuten Fußmarsch (Kleinstädte sind was Feines 😇 ) waren wir da und liefen prompt dran vorbei. Der Eingang des Hostels reihte sich nämlich nahtlos an den anderen Garagentoren der unscheinbaren Straße ein. Entdeckt haben wir ihn nur, da an dieser Garage unter Schwarlicht der Name des Hostels zu lesen war: El Jardín. Neben dem Tor war eine Klingel und kurze Zeit später wurde uns aufgemacht.

Die 9,7-Sterne Bewertung von booking.com hatte unsere Erwartungen hoch angesetzt und wir wurden nicht enttäuscht. Wie der Name des Hostels schon erahnen ließ, liefen wir direkt in einen grünen Innenhof hinein, der liebevoll dekoriert war. Auch hier waren an den Wänden mit Schwarzlichtfarbe (nennt man das so?) Kunstwerke entstanden, die uns entgegen leuchteten. Die eine Seite des Hofes beinhaltete außerdem einen schönen Pool mit kleinen Mosaiken am Rand.

Empfangen wurden wir von einem super netten Pärchen, dass das Hostel zu leiten schien. Unser Zimmer war das komplette obere Geschoss, dass umgebaut und mit vielen Hochbetten ausgestattet. Wir teilten es uns also mit allen anderen Gästen. Am für den Moment hatten wir es noch für uns und konnten in Ruhe ankommen.

Am nächsten Tag erwartete uns ein tollen Frühstück mit Brötchen, Obst, Kuchen, Tee, Kaffee und Smoothie. Anschließend zogen wir los, die Stadt erkunden.

Ursprünglich hatten wir Paraty nur als Zwischenstation ausgewählt, da es so günstig lag. Schnell fanden wir heraus, dass die Stadt auch selbst einiges zu bieten hat.

Das Stadtzentrum stammt noch aus der Kolonialzeit des 17. Jahrhunderts. Grobes Kopfsteingepflaster, (für FlipFlops überhaupt nicht (!!) geeignet,) und alte Häuser mit bunten Fensterläden. Wegen des Pflasters fuhren in diesem Teil der Stadt keine Autos und wir konnten in Ruhe durch die Läden stöbern.

Am Hafen warteten kunterbunte Schiffe, deren Fahrer uns alle eine Küstentour zum Schnäppchenpreis verkaufe wollten.

Zum Glück stand das nicht auf unserem Tagesplan, den kurze Zeit später zogen Wolken auf und es fing an zu nieseln.

Da wir eh das meiste gesehen hatten, machten wir uns auf den Rückweg zum Hostel. Unterwegs wurde der Regen zu einem Wolkenbruch, sodass wir völlig durchweicht ankamen. Macht nichts, dafür gibt es Wäscheständer und heiße Duschen. 😉

Für die nächsten Stunden blieben wir drinnen, denn der Regen war zwar schwächer geworden, wollte aber nie ganz aufhören.

Eigentlich keine passende Stimmung für den ersten Advent… Egal. Denn, ob ihr’s glaubt oder nicht, ich habe einen Adventskranz dabei!

Ein bisschen reduziert auf Reisegröße, aber macht ja nichts. Frohen ersten Advent!!

Abends ließ der Regen nach und wir konnten wieder los. Diesmal spazierten wir ein wenig am nahegelegenen Fluss entlang.

Am nächsten Morgen regnete es wieder. :/

Dafür hatten wir aber endlich ein richtig gutes Gespräch mit unseren Hostelmitbewohnerinnen. (Tatsächlich nur Frauen. Während wir in der ersten Nacht fast die einzigen Frauen im Zimmer waren, waren es in der zweiten Nacht ein reines Frauenzimmer. Über den ersten Tag hatten alle außer uns ausgecheckt…) Zwei Mädchen aus Israel, die seit zwei Monaten unterwegs waren, und eine Australierin, die seit zwei Jahren durch Süd- und Lateinamerika reist und vorher auch schon an vielen anderen Orten war. Schnell fingen wir an, uns Notizen zu machen, soviele Reisetipps bekamen wir.

Gegen Mittag machten wir uns dann doch auf den Weg. Das heutige Ziel: ein bekannter Wasserfall außerhalb der Stadt. Eigentlich kann man dort über die Steine ins Wasser rutschen, aber dafür war es uns viel zu kalt.

Stattdessen picknickten wir auf den Steinen (trotz Nieselregen) und beobachteten die Touristengruppen.

Einheimischer rutscht im Stehen für eine Tourigruppe

Anschließend kauften wir uns jeder eine wunderschöne, selbstgemachte Kette. (Eigentlich wollten wir nicht, aber die waren soo schön…) 😅

(Irgendwann lad ich noch ein Foto hoch versprochen.)

Den Fluss könnte man mit einer Brücke überqueren, um zu einer kleinen Bar auf der anderen Seite zu kommen. Die Brücke war… spannend. Eventuell nicht für ängstliche Leute geeignet. 😉😂

Auf der anderen Seite haben wir uns dann selbstgemachtes Wassereis gegönnt. Banane-Açai. Lecker. 😍

Die Beere sorgt für die Färbung, die Banane haben wir aber stärker geschmeckt.

Ich habe euch noch gar nicht von der Busfahrt erzählt! Der Hinweg war ein einem normalen Linienbus, wenn auch einem sehr klapprigen. Bei jeder Steigung waren wir uns nicht sicher, ob wir oben ankommen würden. Ist aber normal hier.

Der Rückweg war noch spannender. Diesmal fuhr nämlich nur ein Minibus. Dafür wollten aber anscheinend noch mehr Leute mit. Am Ende war es also ziemlich voll.

Zum Glück waren wir direkt am Anfang schon eingestiegen und hatten einen Sitzplatz. Die Decke war zu niedrig, sodass wir nicht mehr darin stehen konnten wie alle anderen. Es wäre sonst also eine sehr unbequeme halbe Stunde geworden…

Ursprünglich wollten wir nur zwei Nächte in Paraty bleiben. Weil die Stadt aber unerwartet viel zu bieten hatte, das Hostel so schön war und das Wetter nach ein paar Tagen besser werden sollte, hatten wir uns dafür entschieden, um zwei weitere Tage zu verlängern. Nur das Wetter wurde nicht besser. Erste Lektion hier: traue niemals der Wettervorhersage!!!

Statt baden zu können, saßen wir nur am Strand und haben gelesen. Auch sehr schön, keine Frage. Außerdem waren wir zu einem kleinen Strand außerhalb Paratys gelaufen, der wunderschön war.

Und trotzdem hieß es schneller Abschied nehmen von Paraty als uns lieb war.

Zum Schluss noch ein Anblick, der uns nicht gefallen hat:

Das Schild bedeutet Bodenwelle und davon gab es Dutzende. Jedes Mal wurden wir im Bus ordentlich durchgeschüttelt. Nervig. Aber als Tempobremse funktionieren sie.


Kleiner Hinweis: der Beitrag über Andalusien ist endlich fertig!! 😇

Und schaut auch mal bei Caros Blog vorbei! 😉

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