Deutschlandreise 2.0

Weiter geht’s mit meiner Deutschlandreise. Ihr erinnert euch: wir waren nach Antdorf gefahren, zu Jan, Anett und meinen drei Cousinen. Den ersten Tag dort haben wir aber gleich wieder einen Ausflug nach München ins Deutsche Museum gemacht, deshalb begann unsere Zeit in Antdorf eigentlich erst so richtig am Freitag, den 17. September 2021.

Am Vormittag machten wir einen kleinen Roadtrip mit Jan entlang der Isar. Wir liefen durch die Isarauen und ich habe kleine Steintürmchen gebaut, während Jan und Denise versucht haben, Steine über die Isar hüpfen zu lassen. Dank der starken Strömung mit eher mäßigem Erfolg… Anschließend fuhren wir zum Sylvenstein-Stausee und genossen den Ausblick.

Danach wollte Jan eigentlich eine kleine Mautstraße mit uns entlang fahren, mit der wir dann am Walchensee und Kochelsee zurückgefahren wären, aber leider war die Straße gesperrt. (Musste wohl repariert werden, da ein paar Wochen vorher Schäden bei einem Hochwasser entstanden waren…). Also ging’s auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Antdorf, auf dem wir auch gekommen waren. Ich glaube, Jan war enttäuschter als wir, aber wir wussten schließlich auch nicht, was wir verpasst haben.

Nachmittags sind Denise und ich mit den Fahrrädern zu den Osterseen gefahren und einmal um den größten See gelaufen. Das Wetter war zwar immer noch etwas trüb, aber wir hatten trotzdem ein paar schöne Blicke auf den See.

Abends haben wir wieder Rummykub gespielt, aber Denise hat anscheinend heimlich geübt gehabt, denn sie zog uns alle ab.. Seitdem brüstet sie sich, die Familie Seele in Rummykub geschlagen zu haben…

Am Samstag erwartete uns endlich wieder strahlend schönes Wetter und wir fuhren mit Jan und Anett auf die Alpspitze. Dort ist eine Aussichtsplattform, die über die Felsen hinaus ragt, sodass man durch den Gitterboden ziemlich tief in die Höllentalklamm hinabschauen kann. Lustigerweise war ich fast auf den Tag genau drei Jahre früher schon mit Lukian dort gewesen, allerdings war es damals ziemlich wolkig und wir konnten nur die Bergspitzen uns gegenüber erkennen. Dieses Mal war der Blick dagegen fantastisch – leider allerdings auch nach unten. 😅 Zum Glück war der Ausblick so schön, dass ich einfach nicht nach unten geguckt habe!

Zurück in Antdorf konnten wir dann Jans berühmte Pizza probieren. Der Teig war schon zwei Tage lang in der Garage vor sich hin gegangen und war deshalb besonders lecker und gut zu formen. Jeder konnte sich seine Pizza selbst belegen, mit zahlreichem Gemüse und wahlweise veganem oder Kuhmilchkäse. Auf dem Pizzastein ins Jans Grill brauchte die Pizza dann nur wenige Minuten und schon konnte man sie genießen. Es war wirklich sehr lecker!

Am nächsten Morgen schleppte ich mich schon um kurz nach sieben aus dem Bett: zum Laufen gehen mit Denise. Die geht nämlich immer morgens laufen (und ist Frühaufsteherin) und ich wollte gerne mal mit ihr los. Allerdings sind wir dann doch den größten Teil der Strecke unabhängig voneinander gelaufen, damit jede in ihrem Tempo bleiben konnte, haben uns unterwegs aber mal wieder getroffen. Und jede Menge Kühe haben wir auch gesehen, die uns, glaube ich, auch sehr spannend fanden.

Mittags ging dann schon der nächste Zug und unsere Zeit in Antdorf war schon wieder vorbei. Am frühen Abend erreichten wir Chieming, wo wir die nächsten Tage in der Ferienwohnung meiner Großtante verbringen würden.

Zur Ankunft haben wir uns direkt erstmal eine Pizza gegönnt, die aber natürlich bei Weitem nicht so lecker war, wie die von Jan!!!!! (Ich mochte die von Jan tatsächlich lieber, weil jemand auf meine Gemüsepizza Sellerie getan hatte. Bin ich eh nicht der größte Fan davon und auf der Pizza war der Geschmack viel zu dominant. Alles hat nach Sellerie geschmeckt… )

Das Wetter erwartete uns am nächsten Tag wieder eher mäßig. Windig, ab und an hat es genieselt und über zwölf Grad kletterte das Thermometer auch nicht. Kein idealer Badetag, aber ein Tag zum Fahrrad fahren, einmal um den Chiemsee herum. Etwa 50km sind das. Pause haben wir in Prien gemacht, dem Ort auf der anderen Seite des Chiemsees. Dort gönnten wir uns hausgemachtes Eis und Denise war so glücklich, dass sie sagte (und ich zitiere wörtlich!!): „Ich könnte für immer hier sitzen bleiben und Eis essen. Ich war schon lange nicht mehr so glücklich!“ Und mir wird nachgesagt, eine irrationale Eisliebe zu haben…. 😂 Naja, für immer sind wir definitiv nicht dort geblieben, denn schnell wurde uns ziemlich kalt und wir sind lieber wieder weiter geradelt. Abends waren wir immer noch ziemlich durchgefroren und ganz schön erschöpft, aber es war ein schöner Ausflug. Zum Sonnenuntergang klarte es nochmal auf und ich konnte auf dem Balkon im Hängesessel Tee trinken, lesen und den Sonnenuntergang genießen.

Am Dienstagmorgen war das Wetter wieder ziemlich trüb und wir hatten keine wirklichen Pläne. Am späten Vormittag klarte es aber etwas auf und wir zogen los zum Minigolfen. Kurz gesagt: Denise zog mich komplett ab und gewann haushoch. :/ Aber nur weil sie viel Glück hatte und ich viel Pech!! 😅😂

Beim Spielen war uns schon der zweite Parkour auf dem Gelände aufgefallen, bei dem die Bahnen allerdings auf Tischen standen. Wir fragten uns, wie man das wohl spielen kann uns beim zurückgeben unserer Schläger fragte ich die etwas ältere Frau am Verkaufshäuschen kurzerhand. Die freute sich offensichtlich über mein Interesse und schenkte uns beiden spontan ein Spiel, total lieb. Das ganze heißt „Pit-Pat“ und die Bälle werden nicht geschlagen, sondern wir beim Billiard gestoßen. Außerdem spielt man mit vier verschiedenen Bällen und die Bahnen sind farblich markiert und geben so an, wo man welchen Ball verwendet. Vermutlich springt einer besser, einer ist besonders schwer oder leicht etc. Hat auf jeden Fall echt Spaß gemacht, auch wenn Denise schon wieder mehr Glück hatte :/ 😂 Den ganzen restlichen Tag musste ich mir das anhören 😂😂

Die nette Frau unterhielt sich immer wieder mit uns, während wir spielten und schnell stellte sich heraus, dass ihre Tochter in Göttingen studiert hatte. Wir erzählten ihr von unserer Deutschland- und vor allem der Europareise, da sie plant, nächstes Jahr selbst eine größere Reise mit Interrail zu machen. Außerdem gab sie uns viele Ausflugstipps, die wir alle gar nicht mehr unternehmen konnten in unserer kurzen Zeit. Aber ein wichtiger Hinweis war auch noch dabei, nämlich, dass die Fähre zu den Inseln seit dieser Woche im Winterfahrplan fuhr und deshalb nicht mehr in Chieming hielt. Da hätten wir im schlimmsten Fall am nächsten Tag sehr dämlich geguckt! Da wollten wir nämlich die Inseln besichtigen. Die Frau erklärte uns den Weg nach und die Abfahrzeiten in Gstadt, einem 16 Kilometer entferntem Ort, und eine Fahrradkarte schenkte sie uns gleich auch noch. Die Frau war wirklich ein kleiner Schatz und wir hatten einen echt schönen Nachmittag.

Am Abend gingen wir beide dann nochmal laufen, allerdings wieder getrennt. So konnte ich immer mal wieder anhalten und Fotos von der Landschaft im Sonnenlicht machen. 😍 Bevor ich zurück zum Haus ging, habe ich allerdings dem See noch einen kleinen Besuch abgestattet. Bisher war ich nämlich (wetterbedingt) noch überhaupt nicht im Wasser gewesen. Deshalb hatte ich am Anfang meiner Laufrunde Handtuch und Bikini am Strand deponiert und konnte mich direkt umziehen und im Wasser erfrischen. Und sein wir mal ehrlich: Sonnenuntergänge sind aus dem Wasser noch schöner!

Auf dem Rückweg drehte ich noch drei Runden im Kneipbecken und wurde zur Strandattraktion. Ich glaube, auf dem 5minütigen Weg vom Baden zurück zur Wohnung und während des Kneipens wurde ich bestimmt fünf oder sechs Mal angesprochen, weil ich im Wasser war. Sehr unterhaltsam. 😂


Hier beende ich diesen Beitrag nun, obwohl meine Reise natürlich noch längst nicht zu Ende ist! Aber so werden die Beiträge nicht zu lang und ich kann häufiger was hochladen. Der dritte Teil kommt auf jeden Fall auch noch! Bis dahin: Danke fürs Lesen💖

Und eins muss ich vielleicht noch klarstellen: Natürlich sind das keine Krokusse auf dem Foto von der Alpspixtour sondern Herbstzeitlose. Es macht nur einfach zu sehr Spaß, sie so zu nennen und pflanzenkundige Menschen damit zu ärgern… 😋😇

1 Kommentar zu „Deutschlandreise 2.0

  1. Avatar von Katharina

    Mmmh, so schöne Bilder und ausgefüllte Tage. Die Lieblingskommentatorin 😀

    Gefällt 1 Person

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