Unser nächstes Ziel lag wieder in Argentinien. Der Grenzübergang stresste uns nicht, inzwischen waren wir schon Profis und dabei ziemlich entspannt. Trotzdem ist jede Grenze besonders, denn jedes Mal passiert irgendetwas neues oder schräges. Dieses Mal mussten wir plötzlich alles Gepäck in Reihen legen und ein Drogenspürhund schnüffelte alles ab. Lustig war daran vor allem, dass die Grenzbeamten irgendwie enttäuscht schienen, als der Hund nichts fand. Vielleicht hatten sie auf einen großen Fund gehofft. Uns passte es so allerdings wesentlich besser, an den Grenzen verliert man eh schon immer so viel Zeit.
In El Calafate organisierten wir direkt am Busterminal alles für die nächsten Tage. Im Hostel in Puerto Natales hatte uns ein Pärchen gesagt, dass sich die Stadt nicht wirklich für einen längeren Aufenthalt lohnt, sodass wir direkt unsere Weiterfahrt zwei Tage später buchten. Außerdem organisierten wir uns die Fahrt zur eigentlichen Attraktion des Ortes: dem einige Kilometer entfernten Gletscher Perito Moreno. Erst anschließend machten wir uns auf den Weg ins Hostel. Später am Nachmittag bummelten wir aber auch noch ein wenig durch die Einkaufstraße des Ortes. (War aber wirklich nicht so besonders.)
Am nächsten Tag starteten wir per Bus zum Gletscher. Ehrlich gesagt waren wir dieses Mal etwas faul gewesen und hatten kaum recherchiert. Dementsprechend wussten wir kaum, was uns erwarten würde. Da man Hin-und Rückfahrt aber nur zusammen buchen konnte, machten wir uns wenige Gedanken. Das würde schon alles durchdacht sein.
Nachdem wir die Eintrittsgebühr für den Nationalpark gezahlt hatten, bekamen wir auch endlich eine Karte des Geländes. Wir hatten uns, noch von Ushuaia und dem Nationalpark Torres del Paine geprägt vermutlich, auf eine längere Wanderung zum Gletscher eingestellt. Tatsächlich waren die Wege aber alle seniorengerecht und teilweise sogar rollstuhlgerecht. Was dem Ausflug aber an Anspruch fehlte, machte der Ausblick alle mal wieder wett! Und durch die leichten Wege hatten wir besonders viel Zeit, einfach auf das Eis zu starren (Caro hat den Gletscher in ihrem Blog hypnotisch genannt und damit ziemlich auf den Punkt gebracht) und den Blick zu genießen. Einmalig!
Regelmäßig brachen vom Eis Stücke ab, die lautstark ins Wasser fielen. Nachdem ich auf einer Infotafel gelesen hatte, dass das Eis bis zu siebzig Meter vom Wasser aufragte, (was ich aus der Entfernung echt nicht gedacht hätte, ich hätte vermutlich eher zwanzig geschätzt,) verstand ich auch, warum der Aufprall so einen Krach machte. Wie lautes Donnergrollen. (Videos gibt’s natürlich wie immer auf Anfrage!)
Nachmittags fuhren wir wieder zurück und mussten gleich schon wieder alles einpacken. Am nächsten Tag ging es schließlich schon weiter ins drei Stunden entfernte El Chaltén. Das Busunternehmen holte uns dafür sogar am Hostel ab. Praktisch, da mussten wir unsere Rucksäcke nicht wieder zum Terminal schleppen. Leider kam der Minibus zwanzig Minuten zu früh, nur um anschließend noch Ewigkeiten durch den Ort zu fahren, aber egal. Ist dafür die günstigste Option gewesen. 😉😋
Wir immer kann ich euch nur ermuntern, auch mal in Caros Blog reinzuschauen. Sie hängt zum einen nicht so weit hinterher wie ich (drei Monate sind das jetzt schon bei mir, huiuiui), sondern erzählt auch manchmal andere Dinge. Und sie hat noch mehr Speicher für Bilder frei, weshalb man bei ihren Beiträgen momentan auch mehr zu sehen bekommt. Schaut doch einfach mal vorbei!
Und eine schöne Nachricht zum Schluss. Vor ein paar Wochen habe ich meine Oma besucht und mit ihr durch alte Fotoalben geblättert. Vor knapp 25 Jahren waren sie und mein Opa am selben Gletscher. Das schöne ist, dass sich dieser seitdem kaum verändert hat. Gerade in Zeiten des Klimawandels sehe ich das als gutes Zeichen! (Der Gletscher Grey in Nationalpark Torres del Paine war zum Beispiel in den letzten Jahrzehnten schon wesentlich kleiner geworden.)





