Puerto Natales liegt etwa 250 km nördlich von Punta Arenas. Wegen der kurzen Distanz fährt man nicht lange, nur ein paar Stunden, sodass wir schon am frühen Nachmittag in Puerto Natales ankamen. Der Ort erinnerte mich an ein schwedisches Dorf, mit bunten Häusern und einem großen See im Hintergrund, allerdings ein wenig heruntergekommener als ich das aus Schweden gewohnt war.




Süße Straßenschilder 
Coolster Mülleimer
In unserem Refugio mussten wir erstmal warten, bis wir in unser immer durften und nutzten die Zeit für ein Mittagessen in der Hostelküche. Aus dem Fenster sahen wir im Garten des Refugios lustige kleine Bungalows stehen, in denen Menschen untergebracht zu sein schienen.

Nach dem Check-In stellte sich allerdings heraus, dass auch wir in so einem Gebilde übernachten würden. Im Inneren konnten wir tatsächlich stehen, aber die Tür reichte uns nur bis zur Hüfte. Das rein und raus krabbeln war deshalb jedes Mal aufs Neue eine lustige Herausforderung. Auch das Bett im Inneren war eigentlich zu klein für uns beide. Ich tippe auf maximal 1,20 Breite. Aber war ja nur für eine Nacht, denn am nächsten Tag mussten wir schon wieder umziehen. Die Unterkünfte in unserer Preiskategorie waren nämlich alle nicht für drei Nächte am Stück verfügbar gewesen.
Später am Nachmittag machten wir uns auf den Weg, unsere große Wanderung im Nationalpark Torres del Paine zu organisieren. Wir hatten vor, die wohl beliebteste Wanderung in ganz Patagonien zu laufen: das W. Die Wanderung hat ihren Namen durch ihre Form. In vier oder fünf Tagesetappen läuft man südlich der namensgebenden Felsformation des Nationalparks, den Torres (auf deutsch Türme). Die gesamte Strecke sieht dann am Ende aus wie ein großes W. Erweiternd kann man auch komplett um die Torres laufen, dafür braucht man doppelt solange und hat dann das sogenannte O geschafft. Das W ist aber bekannter und beliebter, da dort angeblich die spektakulärsten Blicke zu erwarten sind und es auch für Ungeübte gut machbar ist. Klingt doch super, also nichts wie los!
Leichter gesagt als getan, denn wir hatten kein eigenes Zelt oder irgendwelche andere Campingausrüstung, die wir natürlich unbedingt brauchten. Der erste Campingplatzbetreiber erklärte uns, dass er schon bis Ende März ausgebucht sei (wir reden hier übrigens vom 31. Januar 2020). Er schickte uns zu zwei weiteren Betreibern, die zwar wesentlich teuer wären, aber vielleicht noch Kapazitäten hätten. Und wir hatten Glück. Wir konnten tatsächlich alle drei Campingplätze an unseren Wunschtagen buchen! Wir entschieden uns für die teuerste Option, mit Zelt, Matratze und Schlafsack vom Campingplatz gestellt. So mussten wir zwar etwa 45 Euro pro Nacht zahlen (uff…), aber dafür nichts weiters an Ausrüstung mitschleppen. Außerdem entschieden wir uns gegen einen Gaskocher und für die Variante Brötchen mit Dosengemüse und Tomatensauce, mit der wir schon im Nationalpark Iberá (Carlos Pellegrini) überlebt hatten.
Am nächsten Morgen zogen wir erstmal um. Anschließend gingen wir einkaufen. Wir kauften Kekse, Kräcker, Nüsse, Brötchen, Obst, Tomatensauce, Dosengemüse, Tütensuppen, Haferflocken, Marmelade, Schokolade und fanden sogar Kartoffelbrei, den man nur noch mit Wasser anrühren musste. Zurück im Hostel hieß es dann umpacken. Nach der Wanderung würden wir wieder ins selbe Hostel zurückkehren und konnten deshalb dort ein paar Sachen lassen. Sommerkleider, extra Unterwäsche, kurze Hosen, Souveniers, etc., das alles mussten wir ja nicht unnötig mitschleppen.
Am nächsten Morgen fuhr unser Bus schon um sieben Uhr morgens, denn von Puerto Natales bis zum Eingang des Nationalparks fährt man nochmal gute zwei Stunden. Zur eigentlichen Wanderung schreibe ich einen eigenen Beitrag, damit dieser hier nicht viel zu lang wird. Eigentlich könnte ich sogar zu jedem Tag genug erzählen und Fotos habe ich wirklich hunderte.
Vier Tage später kamen wir abends gegen halb elf im Hostel an, völlig erschöpft, aber sehr glücklich. Den nächsten Tag hatten wir zum entspannen und erholen eingeplant. Außerdem mussten wir wieder alles einpacken, was wir zurückgelassen hatten. (Dabei war der Rucksack gerade so schön leicht geworden… 😅) Am nächsten Tag ging es wieder weiter, zurück nach Argentinien zum berühmten Gletscher Perito Moreno. Aber alles zu seiner Zeit. 😋






