Posadas

Vom Grenzübergang an diesem Ort (diesmal Paraguay – Argentinien, Encarnación – Posadas, ihr erinnert euch) hatten wir schon ziemlich viel fiese Sachen gelesen. Dazu gehörten Müllberge überall und Wartezeiten von bis zu sieben Stunden. Dementsprechend planten wir für die Aktion den ganzen Tag ein.

Stattdessen lief bei uns aber tatsächlich alles reibungslos und nur wenige Stunden später waren wir im neuen Hostel. (Lustig war, dass die Beamtin an der Grenze anscheinend noch nie einem europäischen Reisepass gesehen hatte und sogar ihre Kollegin rufen musste. Als unsere rätselhafte Pässe schließlich in Teamarbeit eingeordnet und ein Stempel für uns aufgetrieben worden war, durften wir dann einreisen.)

Weil das alles schon soo lange her ist (06. bis 09. Januar 😲😬) und weil in Posadas nicht so viel wichtiges passiert ist, fasse ich das jetzt alles einfach mal zusammen. (Wer gerne einen ausführlicheren Beitrag lesen möchte, der sollte mal bei Caros Blog vorbeischauen 😉.)

In Posadas haben wir wieder ein paar Parks und Denkmäler gesehen. Die Stadt ist sehr hübsch und gepflegt (zumindest die Innenstadt und die Teile, die wir gesehen haben.) Der Strand (diesmal mit Blick nach Encarnación) ist ein wesentlich kleiner, aber auch sehr nett.

Neben dem Stadtbummel verbrachten wir unsere Zeit in Posadas aber auch damit, alles für unser bevorstehendes Abenteuer im Nationalpark Iberá zu planen. Das war nämlich gar nicht so einfach.

Der Park war erst vor etwa einem Jahr (Dezember 2018, wenn ich mich richtig erinnere) zum Nationalpark erklärt worden und noch ein absoluter Geheimtipp. Die erste Schwierigkeit bestand also darin, überhaupt etwas darüber zu finden. Irgendwann fanden wir ein oder zwei hilfreiche Blogeinträge von anderen Reisenden. Erstes großes Thema in jedem Beitrag: die Anfahrt. Die ist nämlich ein kleines Abenteuer für sich.

Der wichtigste Ort im Nationalpark heißt Colonia Carlos Pellegrini und hat etwa 900 Einwohner. Jup. Ganz schön dörflich. Der Ort liegt am östlichen Rand des Nationalparks. Um dorthin zu gelangen muss man mehrere Stunden über Schotterwege fahren, die in der Regenzeit auch häufig mal komplett unter Wasser stehen können. Die anderen Reisenden waren immer mit einem Bus von Corrientes (der Hauptstadt des Gebietes in Argentinien, im Westen vom Nationalpark) nach Mercedes, einer kleineren Stadt im Süden, gefahren. Von dort fuhr dann ein Bus nach Carlos Pellegrini. Allerdings war auf den angeblich nicht wirklich Verlass und eine Abfahrtszeit konnten wir auch nirgendwo finden. Und wer ganz besonders gut aufgepasst hat, dem ist vielleicht aufgefallen, was wir dann für eine Route fahren würden: Posadas liegt im Norden des Nationalparks. Von dort aus würden wir nach Westen fahren (Corrientes), anschließend in den Süden (Mercedes) und dann in den Osten des Parks nach Carlos Pellegrini. Also einmal um dem kompletten Park herum. Nicht gerade ideal, aber was sollten wir schon machen. Die einzig andere Möglichkeit wäre, mit einer Art Taxi/Shuttle direkt von Posadas nach Carlos Pellegrini zu fahren. Das würde uns zwei Tage Reisezeit sparen, dafür aber etwa 120 Euro kosten, Geld was wir absolut nicht hatten. Finanzierbar wäre das Ganze nur gewesen, wenn wir uns noch mit anderen Reisenden zusammen getan und die Kosten für den Pick-up geteilt hätten. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir noch bis zum Abend auf Leute treffen würden, die zufällig die gleichen Pläne wie wir hatten, war logisch bei null. Also bereiten wir uns auf eine lange Reise vor, dessen Ablauf vor allem von den Pünktlichkeiten und Abfahrtszeiten der einzelnen Busse abhängen würde. (Vielleicht würden wir in Corrientes direkt noch ein Anschlussbus erwischen, vielleicht nicht. In dem Fall müssten wir uns dann spontan ein Hostel buchen. Etc.) Anstrengend, würde jetzt aber einfach ein Teil des Abenteuers werden.

Beim Kochen am Abend vor unser Abfahrt gerieten wir mit einem Pärchen aus England ins Gespräch. Wir verstanden uns sehr gut und bekamen gleich ein paar Reisetipps. Ihr werdet es nicht glauben, aber die beiden hatten nach Posadas wirklich die gleichen Pläne wie wir, nämlich Carlos Pellegrini zu besuchen, diesem Nationalpark, den keiner so richtig kennt und von dem jeder nur durch Zufall erfahren hat. Wir konnten unser Glück kaum fassen, denn die beiden hatten sich tatsächlich schon einen Pick-up bestellt und waren gerne bereit, diesen mit uns zu teilen. Perfekt!! Schnell war alles organisiert und Caros und mein mehrtägiger Busplan verworfen und vergessen. Stattdessen dessen würde es einen Tag später per Pick-up direkt nach Carlos Pellegrini gehen.

Den gewonnenen Tag in Posadas nutzen wir zum telefonieren und Blog schreiben. Außerdem musstem wir unsere Verpflegung planen, denn in Carlos Pellegrini hatten wir ein Gästehaus gebucht und dementsprechend keine Küche. Frühstück wurde gestellt, der Plan für danach war jede Menge Brötchen und Gemüse aus der Dose mit Tomatensauce. Und selbstverständlich Kekse und Cracker, die haben wir immer dabei. Und wir mussten Geld abheben, denn in dem kleinen Dorf lief alles mit Bargeld.

Kleine Anmerkung zum Geld abheben in Argentinien: es nervt. Zum einen, weil vor quasi jeder Bank, jeden Tag, zu jeder Uhrzeit, lange Schlangen stehen und man gut und gerne mal über eine halbe Stunde anstehen muss. Außerdem ist die maximale Summe, die man abheben darf, auf 4000 argentinische Pesos begrenzt, etwa 60€. Anschließend kann man seine Karte natürlich einfach wieder in den Automaten schieben und von vorne beginnen, sodass man auch an mehr Geld pro Tag kommen kann, aber das frisst Zeit. Und bei jedem Abheben mussten wir noch eine Automatengebühr von 630 Pesos zahlen, etwa 9,50€. Ganz genau, wir haben für jede 60€ Bargeld fast 10€ verloren. Ein teurer Spaß. :/

Aber egal, am nächsten Tag ging es los!! Wir freuten uns total! Der Pick-up holte uns alle um sieben Uhr morgens ab. Zum Glück konnten wir unser Frühstück auch schon so früh am Morgen bekommen, denn dieses war wirklich super. Obst, Müsli, Joghurt und frisch aufgebackene Croissants und Käsebällchen. Hmm…


Ich weiß, gleich drei Beiträge in weniger als 24 Stunden?!? Das liegt daran, dass wir momentan echt schlechtes Internet haben. Die Texte sind immer alle schon fertig, das geht offline. Aber für Bilder brauche ich ein funktionierendes WLAN und das ist hier leider Mangelware. Aber ich gebe mein Bestes. Ach ja, hier ist übrigens das wunderschöne Patagonien 😇

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