Asunción

Asunción, die Hauptstadt von Paraguay, liegt an der westlichen Grenze von Paraguay nach Argentinien. Nach unseren blöden Erfahrungen in Mbocayaty freuten wir uns, endlich wo anders hinzukommen. Wir hegten große Hoffnungen für unser neues Hostel, da wir dieses, anders als sonst, gleich für sieben Nächte gebucht hatten (26. Dezember bis 02. Januar). (Wir waren ja früher als geplant in Mbocayaty abgereist und hatten deshalb unsere Buchung nach vorne verlängert.) Außerdem hatten wir Asunción als Ort auserkoren, an dem wir Silvester verbringen wollten.

Bevor ihr jetzt denkt, warum wir ausgerechnet in eine Großstadt gefahren sind für Silvester und ob das so sicher war für uns, ein paar Infos über Paraguay:

Auch wenn Paraguay eine Fläche von etwa Deutschland und der Schweiz zusammen hat, leben in dem Land nur etwa sieben Millionen Menschen. Richtig, dass sind nur etwas mehr als halb so viele Menschen wie in der Stadt São Paulo leben. Paraguay ist überhaupt nicht dicht besiedelt. Die meisten Menschen sammeln sich in den drei größten Städten im Süden: Ciudad del Este an der südöstlich Grenze, Encarnación an der südlichen Grenze und eben Asunción an der südwestlichen Grenze. In den nördlichen zwei Dritteln des Landes gibt es gar keine größeren Orte mehr.

Auch wenn Asunción die größte Stadt und Hauptstadt des Landes ist, muss die Größe proportional zur restlichen Bevölkerung gesehen werden. Es leben etwa 500.000 Menschen dort.

Außerdem wird Paraguay allgemein als sicher eingestuft, besonders im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern. Die Kriminalitätsrate ist verhältnismäßig gering, auch wenn man als Tourist natürlich immer aufpassen muss. Trotzdem ist Asunción relativ sicher.

Am Busbahnhof angekommen, mussten wir erstmal herausfinden, wie wir zum Hostel kommen würden. Zum Glück wurde uns von netten Mitarbeitern einer Bäckerei weitergeholfen. (Wie schön endlich spanisch sprechen zu können!!) Letztendlich mussten wir nur einen Bus vor dem Bahnhof nehmen, der zumindest zur richtigen Straße fahren würde.

Ein typischer Linienbus in Paraguay (Bild aus Ciudad del Este)

Über die Busse in Asunción hatten wir schon viel gehört. Wie überall in gibt es auch hier keinen festen Fahrplan, die Busse kommen einfach, wenn sie halt kommen. (Allerdings fahren ziemlich viele, sodass man selten mehr als fünf Minuten warten muss.) Die Linien in Asunción sind noch weiter unterteilt und fahren auch nicht die gleiche Route. Das heißt, dass wir zwar wussten, dass wir mit der Nummer 15 fahren mussten, aber nicht, ob mit der 15.1, 15.2, 15.3 etc. Ums Fragen kommt man als Tourist also nicht herum. Und auch wenn es ein paar Bushaltestellen in der Stadt gibt, steigt man meistens einfach ein und aus, wo man möchte, so wie auch schon bei den Fernbussen. Im Klartext bedeutet das, dass man sich einfach irgendwo an die Straße stellt und hofft, dass irgendwann irgendein Bus kommt, der halbwegs in die richtige Richtung fährt.

Wir hatten Glück und gleich die erste 15 fuhr zu unserer Straße. Auf Google Maps verfolgen wir den Weg und als wir in der Nähe des Hostels waren, stiegen wir aus. Dank unserer großen Rucksäcke hielt der Fahrer für uns auch vollständig an. Denn gerade einzelne Personen müssen häufig während der Fahrt ein- und aussteigen.

Unser Hostel entpuppte sich mal wieder als echter Traum. Erinnert ihr euch noch an das Hostel in Paraty? Das in Asunción hieß ebenfalls „El Jardín“ (der Garten) und hatte einen ähnlich schönen Innenhof. Wir fühlten uns sofort wohl.

In Asunción staut sich die Hitze schnell, wie in jeder Stadt, sodass es dort fast jeden Tag an die 40°C heiß war. Ausflüge waren so sehr anstrengend, weshalb wir häufig nur zwei oder drei Stunden unterwegs waren und anschließend ins Hostel und den dortigen Pool zurück gekehrt sind. Aber so viel kann man in Asunción eh nicht sehen und wir hatten schließlich eine ganze Woche Zeit, deshalb war das gar nicht schlimm.

Am ersten Tag sind wir komplett im Hostel geblieben und haben die entspannte Atmosphäre (im Gegensatz zu Mbocayaty) genossen.

Riesige Avocado zum Angeben

Da unsere Zeit in Asunción schon eine Weile her ist (sorry), kann ich leider nicht mehr genau zu den anderen Tagen sagen, wo wir waren. Aber ich kann mal alles zusammen fassen. (Und bei Caros Blog könnt ihr alles vermutlich etwas genauer lesen, sie hängt momentan nämlich nicht so zurück wie ich…)

Unser Hostel lag im Viertel Catedral, in dem viele der Attraktionen zu finden sind. So konnten wir immer wieder zu Fuß die Gegend erkunden. Gesehen haben wir dabei zum einen die Calle Palma (Palmenstraße), eine bekannte Straße, mit vielen kleinen Marktständen.

(Irgendwie fehlen hier die Fotos… Vielleicht hab ich mein Handy sicherheitshalber in der Tasche gelassen.)

Außerdem haben wir ein paar Parks gesehen, so zum Beispiel den Parque de los Hereos (Park der Helden) und den Parque Uruguay.

Die namensgebende Kathedrale war leider nicht geöffnet, dafür aber das Haus der Unabhängigkeit (Casa de la Independencia). Zu unserer großen Freude befand sich im Inneren ein kleines kostenloses Museum mit Originaldokumenten der Unabhängigkeitserklärung und anderen Relikten aus der Zeit (Beginn des 19. Jahrhunderts). Natürlich war alles auf spanisch und uns fehlte eine Mengen Hintergrundwissen, aber trotzdem konnten wir vieles verstehen. Eine willkomme Überraschung.

Der Rio Paraguay bildet in Asunción ein Staubecken mit Strand. Dieser läd allerdings nicht so sehr zum Baden ein, war aber trotzdem ein schönes Ausflugsziel. Und einen tollen Blick auf die Skyline hatten wir auf jeden Fall.

Das Regierungsgebäude haben wir nur aus der Ferne gesehen, genauso wie das Konsulat. Die berühmten Einkaufszentren in einem anderen Viertel haben wir bewusst nicht besucht, da wir eigentlich nicht den Platz für viele Souvenirs haben. In einem Secondhandladen neben dem Hostel habe ich ein schönes Kleid gefunden gehabt, das hat gereicht.

Für Silvester wollten wir uns eigentlich eine schöne Bar in der Nähe des Hostels suchen, am liebsten natürlich eine Rooftopbar. Am Morgen des 31. stand der genaue Plan allerdings noch nicht fest, sodass es uns eigentlich sehr gelegen kam, als wir zur Feier im Hostel eingeladen wurden. Es sollte gegrillt werden und jeder sollte einen Teil zum Essen beitragen. Schnell entschieden wir uns für Kartoffelsalat, denn der ist vegetarisch (so war zumindest sicher was zu essen für uns dabei), leicht zu machen und typisch deutsch. Essig und ein Kräuter-Knoblauch-Öl fanden wir im Hostel, den Rest kauften wir schnell ein. Dafür, dass wir nur so begrenzte Möglichkeiten hatten, ist der Salat echt gut geworden und wir konnten ihn mit Stolz auf den gemeinsamen Tisch stellen. Nur die Brasilianer waren von den Äpfeln im Salat verwirrt und wollten immer wieder wissen, ob der Salat süß sei. Unsere Erklärung, dass man bei uns Äpfel in einen herzhaften Salat mischt, fanden sie sehr verwunderlich und sie probierten nur wenig und zögerlich. 😂

Im Supermarkt hatten wir sogar vegetarische Schnitzel gefunden. Wow. So gab es sogar für uns was vom Grill.

Die Menschen am Tisch kamen aus Paraguay, Argentinien und Brasilien. Dem Großteil des Gespräches konnten wir folgen, allerdings brauchten wir viel zu lange, um selber einen Satz auf spanisch zu formulieren, als dass wir uns am Gespräch hätten beteiligen können. So passte es perfekt, dass im Laufe des Abends noch zwei deutsche Mädchen aufgetauchten, mit denen wir uns viel unterhielten. Um Mitternacht stießen wir an (Caro und ich hatten uns extra Sekt aus dem Supermarkt gegönnt) und gingen anschließend auf eine der Dachterrassen, um das Feuerwerk zu bewundern. Dieses fiel wesentlich kleiner aus als erwartet, kaum jemand böllerte. Besser für die Tiere und die Umwelt ist das so aber allemal.

Nach einem ersten Bad im neuen Jahr im Pool ging es glücklich ins Bett.

Die beiden Deutschen waren nicht die ersten, die wir im Hostel getroffen hatten. Ein paar Tage zuvor waren ebenfalls schon zwei Mädchen da gewesen, die aber leider vor Silvester wieder abgereist sind. Nachdem wir an einem Abend ins Gespräch gekommen sind, teilten sie noch ihr Abendessen mit uns wir verquatschten uns komplett. Bis drei Uhr morgens saßen wir zusammen und haben Geschichten ausgetauscht, obwohl die beiden am nächsten Morgen sehr früh aufbrechen mussten. Das war auf jeden Fall sehr schön. Dank Social Media halten wir übrigens mit allen vier Mädchen losen Kontakt. 😇

Und so war unser Aufenthalt in Asunción auch schon wieder vorbei. Unser nächstes Ziel war Encarnación im Süden. Aber zuerst mussten wir noch einmal den Bus zum Busbahnhof meistern.

Ich weiß, dass ich die Busse am Anfang als eher abschreckend beschreiben habe, aber eigentlich ist das System total praktisch. Wenn man einmal weiß, wie’s läuft und wo die Busse langfahren, natürlich. Unser Respekt gilt auch den Busfahrern, die nicht nur fahren müssen, sondern nebenbei immer noch abkassieren und nach Leuten am Straßenrand Ausschau halten müssen. Aber dadurch kann man echt überall einfach einsteigen und bequem direkt vor der eigenen Haustür wieder aussteigen. Und die Busse sind zusätzlich noch sehr günstig. Für die 15-minütige Fahrt zum Busbahnhof zahlten wir 2800 Guaraní, etwa 38 Cent. (So wie übrigens auch schon in Brasilien zahlt man einen Festpreis für den Bus, unabhängig davon, wie weit man mitfährt.)

Unser Bus von innen

Diesmal entschieden wir uns für das Busunternehmen „Nuestra Señora de la Asunción“, kurz NSA, da wir von diesem Unternehmen online das Beste gelesen hatten. Die Busse erinnerten auch wieder an die aus Brasilien und waren sehr bequem. (Beinfreiheit und Klimaanlage inbegriffen.) In Paraguay brauchen die Busse verhältnismäßig lange, sodass wir für die etwa 350 Kilometer fast acht Stunden unterwegs waren. Da kam uns der Komfort natürlich sehr gelegen. 😇 Und eine kleine Überraschung gab es auch: zwischendurch wurden uns doch tatsächlich ein paar Snacks serviert. Die Verpackung sah aus wie unser Bus…

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