Mein letzter Beitrag ist ja leider schon wieder etwas her deshalb eine kleine Erinnerung: nachdem wir die drei sehr unterschiedlichen Städte São Paulo, Curitiba und Cascavel besucht hatten, haben wir uns in Richtung Foz de Iguaçu aufgemacht.
Die Stadt liegt nur noch etwa drei Stunden von Cascavel entfernt and der brasilianischen Grenze. Bekannt ist sie vor allem für das Naturwunder der Iguaçu Wasserfälle.
Dort angekommen machten wir uns mal wieder per Uber auf dem Weg zum Hostel. Dieses war das günstigste auf unserer ganzen Reise. Nur 5,67€ zahlten wir pro Nacht, allerdings dafür auch ohne Frühstück.
Erstmal mussten wir das Hostel aber finden. Denn als wir die Adresse erreichten, standen wir am Rande einer Schnellstraße und weit und breit keine Unterkunft in Sicht. Zum Glück hatten wir einen verantwortungsvollen Fahrer, der für uns die eigentliche Adresse herausfand und uns dort hinfuhr. Dafür gab’s dann auch extra Trinkgeld von uns. 🙂
Das Hostel lag leider etwas außerhalb der Stadt an besagter Schnellstraße. In der Nähe lagen eine Tankstelle und ein alter Busbahnhof. Nicht die schönste Gegend und uns wurde auch davon abgeraten, bei Dunkelheit noch draußen zu sein.
Der Check-in verlief auch ein wenig holprig, da der eigentliche Besitzer gar nicht da war und wir erst gar nicht in unserem Zimmer waren und später nochmal umziehen mussten. Egal, zu dem Preis war das okay.
Am nächsten Tag machten wir uns auf zu den Wasserfällen. Allerdings hatten wir ein großes Problem. Busse kann man nur bar bezahlen und unser Bargeld ging zur Neige. Daher mussten wir zuerst noch zu einem Automaten fahren und Geld abheben. Blöd nur, dass alle Automaten unsere Karte ablehnten. Ziemlich blöd, immerhin wirbt die DKB gerade damit, dass die Karte problemlos überall auf der Welt funktioniert.
Da es inzwischen allerdings schon Vormittag geworden war und wir dringend loswollten, beschlossen wir, einfach zu dem Park zu fahren. Dafür reichte unser Geld nämlich noch. Außerdem sollte es dort wieder einen ATM geben, also konnten wir dann ja dort Geld abheben. Und notfalls mussten wir halt ein Uber für den Rückweg rufen.
Der Automat dort lehnte unsere Karte auch ab, aber wir sind dann einfach erstmal in den Park und haben das Problem auf später verschoben. 😅
Zu dem Nationalpark mache ich noch einen eigenen Beitrag, da wir dort eine solche Fülle an Eindrücken erlebt haben.
Beim Verlassen des Parks hatten wir dann wieder das Problem, nicht genug Geld für die Rückfahrt zu haben. Nachdem wir auch versucht hatten, in einem der Souvenirshops Bargeld über unsere Kreditkarte zu bekommen, gaben wir das Unterfangen auf und riefen uns ein Uber.
Nur funktionierte das auch nicht. Völlig genervt setzten wir uns erstmal auf eine Bank an der Bushaltestelle und sortierten uns. Wir hatten die Möglichkeit, zum etwa zwei Kilometer entfernt liegenden Flughafen zu laufen und dort nach einem anderem ATM zu suchen und das Beste zu hoffen oder die wartenden Taxifahrer zu fragen, ob wir bei ihnen mit Kreditkarte zahlen könnten (und einen saftigen Touripreis zahlen). Oder noch über eine Stunde zu warten, denn eine Mitarbeiterin des Souvenirshops hatte Mitleid mit uns und meinte, dass sie uns, wenn wir am Ende ihres Arbeitstages immer noch nicht nach Hause gekommen wären, den Bus bezahlen würde. (So nette Menschen treffen wir hier übrigens häufiger. Caro hat in ihrem Blog darüber auch noch mehr geschrieben.)
Ich glaube, das Universum hatte auch ein wenig Mitleid mit uns, denn bevor wir uns für eine der Möglichkeiten entscheiden konnten, fand Caro einen Real auf der Bank. Dieser eine Real (etwa 21 Cent) sorgte dafür, dass wir annähernd genug Geld für den Bus hatten. Und häufig nehmen die Leute es hier nicht so genau mit kleinen Beiträgen. Unser Plan war, dem Kassierer im Bus einfach unser komplettes Geld in die Hand zu drücken und das Beste zu hoffen. Und das klappte!!! Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, wie erleichtert wir waren, endlich im Bus zum Hostel zu sitzen.
Selbst die Linienbusse hier sind häufig stark klimatisiert. Und an diesem Tag waren wir dem sehr dankbar, da es wirklich warm war. Jedes Mal, wenn sich die Türen des Busses öffneten, fühlte es sich an wie ein Föhn. 😂
Unterwegs fing es allerdings an zu schütten und zwischen Bushaltestelle und Hostel wurden wir mal wieder komplett durchweicht. Nach einer heißen Dusche machten wir uns ans Kochen. Leider hatten wir kein Salz, sodass unser Essen immer etwas fad schmeckte.
Zwischendurch bin ich nochmal kurz zurück ins Zimmer, um etwas zu holen. Dort machte ich das Licht an und hatte eine sehr böse Überraschung: Kakerlaken.
Drei große Kakerlaken krabelten, durch das plötzliche Licht aufgeschreckt, auf mich zu.
Kakerlaken sind sehr eklig und sehr schnell. Diese Exemplare waren etwa so lang wie meine Finger und wuselten herum. Caro, die ich schnell dazuholte, war genauso wenig begeistert. Der inzwischen eingetroffene Besitzer schien es amüsant zu finden, dass wir das Zimmer wechseln wollten, da Kakerlaken hier nicht so ungewöhnlich sind, hatte aber ansonsten keine Einwände.
Und so saßen wir abends da, bei inzwischen kaltem, geschmacklosen Essen. Ein kleiner Tiefpunkt unserer Reise, ohne Frage. Die Kerze für den dritten Advent zündeten wir auch nicht mehr an.
(Ich habe zufällig gerade ein Video für Denise aufgenommen, als ich die Kakerlaken entdeckt habe. Mein Entsetzen ist offensichtlich und vielleicht teile ich dieses ja sogar mit euch, wenn ihr nett danach fragt… Ich finde es auf jeden Fall inzwischen sehr lustig anzusehen. 😂)
Am nächsten Tag regnete es immer noch aus Strömen und so richtig viele Pläne hatten wir auch nicht, also beschlossen wir, einfach einen Tag Pause zu machen, Netflix zu schauen, zu lesen und mit Freunden zu telefonieren.
Am nächsten Tag ging es nach Paraguay. Da wir anschließend noch häufiger diese Grenze überquert haben, werde ich auch dazu einen eigenen Beitrag machen.
In Ciudad del Este, der Grenzstadt in Paraguay, angekommen standen wir in einem lauten, vollen Viertel voller kleiner Marktstände, bettelnden Kindern und hupenden Autos im Stau. Da wir keine Bushaltestelle finden konnten, beschlossen wir, die paar Kilometer zum Airbnb (es gab irgendwie keine guten Hostels (mehr)). Sobald wir aus dem anstrengenden Viertel heraus waren, wurde das Laufen wesentlich angenehmer, auch wenn die Temperaturen mal wieder über dreißig Grad lagen.
Unser Airbnb war sehr schön.
Leider merkten wir schnell, dass wir von Paraguay aus doch nicht so einfach auf die argentinische Seite der Wasserfälle kommen konnten. Das ging nämlich nur über Brasilien und würde so viel zu lange dauern. So verbrachten wir unseren Tag in Ciudad del Este entspannt, liefen zu einem See und lasen mal wieder viel.
Am nächsten Tag ging es zurück nach Brasilien und anschließend direkt weiter nach Argentinien. Die argentinische Grenzstadt heißt Puerto Iguazú und auch hier hatten wir ein Airbnb gebucht. Für 6,40€ pro Nacht und Person hatten wir dort eine ganze Wohnung für uns. Die kleine Stadt gefiel uns sehr gut. Der Tourismus hatte ihr sehr gut getan, denn sie blühte vor Aktivität und wir fühlten uns sehr sicher.
Am Tag unserer Ankunft sahen wir uns noch das Dreiländereck an. Ihr müsst euch das so vorstellen: die drei Städte Foz de Iguaçu, Ciudad del Este und Puerto Iguazú sehen auf einer Karte mehr aus wie eine Stadt, die durch zwei Flüsse getrennt wird.
Von Norden nach Süden verläuft der Rio Paraná und trennt Paraguay nach links ab. Vom Osten fließt der Rio Iguaçu in den Rio Paraná und trennt Brasilien (Norden) und Argentinien (Süden) voneinander.
Und an der Stelle an der die Flüsse aufeinandertreffen, kann man alle drei Länder auf einmal sehen. In jedem Land gibt es dafür eine kleine Aussichtsplatform. In Argentinien herrschte eine schöne Abendstimmung und immer wieder tanzten Wasserfontänen zu der abgespielten Musik. Ein schöner Tagesausklang. Das konnte man auch an den verhältnismäßig vielen Einheimischen erkennen, die sich unter die Touristen mischten.





Die folgenden zwei Tage verbrachten wir auf der argentinischen Seite der Wasserfälle. Und damit ihr nicht zu ungeduldig auf den dazugehörigen Beitrag wartet, gibt es hier schon mal eine kleine Kostprobe:
Am letzten Abend gönnten wir uns außerdem Pizza in einem naheliegenden Restaurant. Zu unserem großen Stolz schafften wir die komplette Bestellung auf spanisch und auch die Frage, ob wir den Rest mit nach Hause nehmen könnten, falls wir nicht alles schafften. Die Pizza bestand zum größten Teil aus Käse, wie ich ihn aus Käsefondue kenne. Geschmeckt hat’s trotzdem und war eine schöne Abwechslung.
Die Stadt war so sicher, dass man unbeschwert noch nachts draußen sein konnte. Ein Straßenmusikant spielte für uns und die anderen Gäste des Restaurants und die Stimmung auf den Straßen war schön. Einzig die bettelnden Kinder fielen aus dem harmonischen Bild, ein Anblick, an den ich mich wohl nie gewöhnen werde und will.
Eigentlich hatten wir ursprünglich auch mal vorgehabt, auf dem süßen Platz neben unserer Wohnung abends was trinken zu gehen. Allerdings stand davor ein so aufdringlicher Typ, der für eins der Lokale warb, dass wir sogar anfingen, Umwege zu laufen, um nicht an ihm vorbei zu müssen. Damit viel dieser Plan flach.

Am nächsten Tag, dem 23. Dezember, nur zur Orientierung, ging es wieder zurück nach Foz de Iguaçu. Wir hatten beschlossen, uns die volle Ladung zu gönnen und auch noch den Vogelpark zu besuchen. Wieder schliefen wir in einem Airbnb und wieder gab es keine Probleme. Die Lage war exzellent, der Besitzer herzlich und wir hätten dort einfach von Anfang an übernachten sollen.
Der Vogelpark war einmalig. Eigentlich unterstütze ich die Gefangenschaft von Tieren nicht, aber der Park rettet viele Tiere aus Misshandlungen und setzt sich für Artenschutz ein. Der Park ist Bestandteil des Nationalparks und deshalb gehe ich auch darauf in dem anderem Beitrag ein. Nur drei Wörter schon mal vorweg: Tukane, Aras, Kolibris.
(Ich muss euch Leser ja bei der Stange halten 😋.)
Anschließend fuhren wir noch zum Dreiländereck auf der brasilianischen Seite. Dort sollte an diesem Abend nämlich eine Tanzveranstaltung sein. Leider kann man in Brasilien nicht wie in Argentinien einfach zum Dreiländereck gehen, sondern muss Eintritt zahlen. Das wären umgerechnet etwa sechs Euro pro Person gewesen und uns viel zu viel. Vielleicht gab es noch einen Aufschlag wegen der Veranstaltung, so oder so blöd für uns.
Am nächsten Tag fuhren wir ein weiteres Mal über die Grenze nach Paraguay, diesmal aber zum Glück entgültig. Endlich nur noch spanisch sprechen!! (Das portugiesisch hat uns manchmal sehr angestrengt, da wir uns häufig überhaupt nicht verständlich machen konnten. Trotzdem war Brasilien natürlich eine einmalige Erfahrung.)
Nach einer erschöpfenden Suche (ihr erinnert euch: volles, lautes stinkendes Viertel) fanden wir auch endlich einen Laden, indem wir eine neue Sim-Karte kaufen konnten. Die Mitarbeiter waren wahnsinnig nett und alles lief reibungslos, nur warten mussten wir. Aber es war klimatisiert und total eilig hatten wir es auch nicht.
Anschließend liefen wir mal wieder bis zum Busbahnhof. Von dort nahmen wir einen Bus in die Nähe von Villarica, eine Stadt westlich von Ciudad del Este. Dort leben ehemalige Nachbarn von Caro, die uns über Weihnachten zu sich eingeladen hatten. Was wir dort erlebt haben, war auf ein ganz andere Weise einzigartig und ist Inhalt eines anderen Beitrags.
Und weil gerade soviele fragen: momentan sind wir in Asunción, der Hauptstadt von Paraguay und werden hier bis ins neue Jahr bleiben.









Bei so vielem was ihr erlebt und wo ihr hinfahrt, habe ich das Gefühl, in S-America gibt es mehr Tage/Monat als bei uns 😅
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Auf welche kleinen und größeren Hindernisse ihr auf eurem Reisealltag stoßt, die ihr von zuhause nicht kennt. Aber ihr habt bisher alles sehr gut gemeistert, auch das “einzigartige“ Erlebnis bei Caros ehemaligen Nachbarn (sorry, Spoiler). Weiterhin viel Spaß, wünscht dir deine Lieblingskommentatorin.
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