Im letzten Beitrag habe ich ja schon von unserer Zeit am Dreiländereck berichtet. Während dieser Woche haben wir ganze fünf Grenzübergänge gehabt und von denen möchte ich euch nun erzählen.
Die drei Länder sind durch den Rio Paraná und den Rio Iguazú getrennt und mit Brücken verbunden. Am Beginn der Brücke muss man ausreisen und nach der Überquerung der Brücke auf der anderen Seite wieder einreisen.
Unsere Grenzübergänge waren Brasilien – Paraguay, Paraguay – Brasilien, Brasilien – Argentinien, Argentinien – Brasilien und nochmal Brasilien – Paraguay.
Warum wir so häufig über die Grenze sind? Weil wir beide Seiten der Wasserfälle (sowohl Brasilien als auch Argentinien) sehen wollten und anschließend weiter nach Paraguay reisen wollten. Leider dachten wir zuerst, dass wir auch von Paraguay aus die argentinische Seite besuchen können, aber leider gibt es dort keinen direkten Grenzübergang zwischen Paraguay und Argentinien. Man muss immer über Brasilien. Dadurch sind wir überflüssigerweise einmal hin und her gereist.
Zum Glück ist die häufige Überquerung der Grenzen hier kein Problem und niemand würde deshalb Fragen stellen.
Vor der ersten Einreise nach Paraguay haben wir versucht, uns im Internet schlau zu machen und ein paar Tipps aus einem anderen Reiseblog bekommen.
Direkt neben dem Busterminal in Foz de Iguaçu fährt ein Bus nach Paraguay. Dieser Bus fährt über die Grenze bis nach Ciudad del Este (steht so auch vorne dran).
Brasilien und Paraguay nehmen es mit den Formalitäten nicht so genau, und wer nur für einen Tag ins Nachbarland fährt, muss überhaupt nicht an der Grenze stempeln. Deshalb muss man den Busfahrer extra darauf hinweisen, sodass man am Anfang der Brücke zum Ausreisen aus dem Bus gelassen wird.
Nach dem Stempeln bietet sich bei der Brücke nach Paraguay die Möglichkeit, diese zu Fuß zu überqueren, ansonsten kann man auch einfach wieder in einen Bus steigen. Dann muss man auf der anderen Seite erneut aussteigen und offiziell einreisen.
Damit man den Bus nicht jedes Mal neu bezahlen muss, bekommt man beim Aufsteigen ein Ticket vom Busfahrer für die Weiterfahrt.
Soweit die Theorie.
Unser Bus zur Brücke stand so sehr im Stau, dass fast alle austiegen und liefen. Da wir aber keinen Zeitdruck hatten, blieben wir sitzen. Caros Sitznachbar war ein sehr gesprächiger älterer Herr, der sich sehr freute, sein englisch und deutsch ein bisschen zu benutzen. Er war super herzlich und schenkte uns einen kleinen Kokoskuchen, von denen er jede Menge zum Verkauf dabei hatte. Dieser bestand quasi nur aus Kokosraspeln in Fett und Zucker gewälzt, sehr süß, aber als kleine Stärkung für uns gut geeignet. 😇

An der Brücke angekommen hatten wir erst unsere Mühen, dem Busfahrer begreiflich zu machen, dass wir gerne eine Ticket für die Weiterfahrt hätten. Wir konnten schließlich immer noch kein portugiesisch. 😅 Hat aber dann doch alles geklappt und wir standen im Controle Migratorio. Wie schon im anderen Blog angekündigt war der Schlange sehr kurz und das Ausreisen lief ohne Probleme. Unser Pass wurde gescannt und wir bekamen einen Stempel und fertig. Dauerte keine Minute. Anschließend ging es zu Fuß nach Paraguay.
Die etwa 700 Meter lange Brücke zwischen Brasilien und Paraguay heißt auf portugiesisch Ponte da Amizade – Brücke der Freundschaft. So schön der Name auch klingt, die Brücke selber war alles andere als angenehm. In der Mitte fahren die Autos und an den Seiten gibt es je einen mit einem Gittter abgetrennten Fußweg. Die Autos standen auch dort im Stau und hupten sich permanent an. Abgasfilter sind hier noch nicht so ein Thema und nicht wenige der Autos und Busse stießen schwarze Qualmwolken aus, bis mir von den Abgasen schlecht wurde. Der Fußweg ist schmal und die meistem Leute sind ziemlich in Eile. Sie hetzten und drängelten an uns vorbei. Nur der Blick von der Brücke auf den Rio Paraná war sehr hübsch.
Die Einreise auf der paraguayischen Seite verlief zum Glück genauso schnell unkompliziert. Hier wurde zusätzlich noch ein Bild von uns gemacht. Und schwuppdiwupps waren wir in Paraguay.
Die erste schöne Erkenntnis war, endlich spanisch lesen, hören und sprechen zu können.
Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, war das erste Viertel in Ciudad del Este nicht so schön. Voller lauter Marktstände und bettelnder Kinder. Dem ganzen kann man entgehen, wenn man nach der Einreise in den nächsten Bus steigt. Die Bushaltestelle haben wir aber leider übersehen gehabt und ich weiß auch nicht, wie regelmäßig dort Busse halten.
(Hier könnten Fotos des Viertels sein, wenn wir dazu nicht viel zu genervt gewesen wären…)
Auf unserem Rückweg verlief alles ähnlich. Bei der Ausreise aus Paraguay bekamen wir einfach einen Stempel und fertig. In Brasilien waren wir kurz verwirrt, denn hier befand sich das Gebäude nicht direkt am Fußweg und wir wussten erst nicht, wohin wir mussten. Letztendlich mussten wir die Fahrbahn überqueren und in ein Gebäude zwischen Gegenverkehr und den Kontrollen auf unserer Seite. Dort lief dann wieder alles gewohnt schnell und unkompliziert.
Danach machten wir uns auf die Suche nach einer Bushaltestelle. Auch auf der brasilianischen Seite gibt es ein Viertel mit jeder Menge Läden und Marktständen. Ein paar Blöcke von der Brücke entfernt fanden wir zum Glück eine Haltestelle und dank Google Übersetzer konnten wir auch herausfinden, auf welcher Straßenseite wir einsteigen mussten.
Der Bus nach Argentinien fuhr auch wie schon der nach Paraguay nicht im Terminal ab, sondern daneben. Im Terminal arbeiten aber englisch sprechende Leute, die einem gerne Auskunft geben, sodass wir die Bushaltestelle ohne Probleme gefunden haben.
Argentinien nimmt es, anders als Paraguay und Brasilien, mit der Grenze genau und jeder muss bei jeder Überquerung stempeln. Deshalb hält der Bus auch an der argentinischen Grenze und wartet bis alle wieder eingestiegen sind. (Zumindest sollte er das, wir haben später noch von anderen Reisenden gehört, die plötzlich alleine an der Grenze standen. Der Bus fährt stündlich, man sitzt also nicht für immer fest, ärgerlich ist es aber trotzdem. Gepäck daher besser immer mitnehmen.)
Dummerweise hielt der Bus nicht auch an der brasilianischen Grenze, sodass wir nicht aus Brasilien ausreisen konnten. Die Leute im Bus versicherten uns zwar alle, dass es nicht schlimm wäre, weil wir ja nur für ein paar Tage in Argentinien sein würden und anschließend zurück kommen würden, trotzdem wären wir lieber ausgereist. Naja, zu spät dafür, und die Einreise nach Argentinien lief trotzdem problemlos ab. Unsere Pässe wurden gescannt und wir bekamen unseren Stempel. Zusätzlich wurde auch noch einmal unser Gepäck durchleuchtet und wir sind durch einen Metalldetektor gelaufen, wie am Flughafen. Trotzdem lief alles zügig ab und zehn Minuten später saßen wir wieder im Bus.
Die Grenzstadt Puerto Iguazú ist klein und sehr schön. Wir haben uns dort immer sicher gefühlt. Das Terminal liegt zentral und dient als guter Ausgangspunkt für alle möglichen Aktivitäten.
Nachdem wir dort drei Nächte waren und uns die argentinische Seite der Iguazú Wasserfälle angeschaut haben, ging es wieder zurück nach Brasilien.
Da wir ja immer noch in Brasilien eingereist waren, machten wir uns für diese Fahrt wenig Sorgen. Wieder hielt der Bus an der argentinischen Grenze, alle sind ausgestiegen ausgereist und wieder eingestiegen. Nachdem der Busfahrer durchgezählt hatte, ging es weiter.
An der brasilianischen Grenze hielt der Busfahrer diesmal allerdings auch an. Mehr noch, der Busfahrer stand auf und zeigte auf Caro und mich und winkte uns nach vorne. Mist. Wir mussten doch gar nicht mehr einreisen und wollten nicht riskieren, dass wir jetzt Probleme deshalb bekamen. Nachdem wir dem Busfahrer versucht hatten zu erklären, dass wir nicht aussteigen müssten, zeigte Caro ihm noch unseren brasilianischen Stempel. Schließlich schien er zu verstehen und fuhr weiter. Seine eigentlich löbliche Aufmerksamkeit, uns Touris vernünftig einreisen zu lassen, hatte uns dann doch ein bisschen ins Schwitzen gebracht. 😅
Eine weitere Nacht sind wir in Foz de Iguaçu geblieben, anschließend ging es wieder nach Paraguay. Die Aus- und Einreise lief wie gewohnt einfach, nur in Paraguay mussten wir diesmal etwas warten, weil vor uns ein Reisebus angekommen war.
Zum Terminal sind wir mal wieder gelaufen. Zwar wussten wir jetzt, wo die Bushaltestelle war, aber dafür mussten wir noch eine Sim-Karte für Paraguay kaufen. Also wieder durch die Marktstände quetschen, begafft und zugetextet werden und in der Hitze braten. Tatsächlich wurden wir sogar in einem Laden fotografiert! 😳😅
Nachdem uns Google Maps mal wieder einen Umweg hat laufen lassen, waren wir endlich am Terminal und dann im Bus. Juhu.
Das war jetzt ein eher trockener Beitrag, ich weiß. Aber ich wollte das nicht auch noch alles in den anderen Beitrag quetschen und vielleicht bringt es ja irgendwann mal jemandem was, gezielt zu den Grenzen etwas lesen zu können.
Und zur Erinnerung hier noch mal der Link zu Caros Blog: https://carossuedamerikareise.wordpress.com


