Nachdem sich die direkte Fahrt von Meiland nach Barcelona als viel zu teuer für uns erwiesen hatten, wurde Avignon von uns als Zwischenstopp ausgewählt.
Über die Stadt wusste vorher ich eigentlich gar nichts, ich kannte nur das bekannte Lied Sur le Pont d’Avignon, von dem wir auch regelmäßig einen Ohrwurm hatten. Aber die Stadt lag ideal für uns für einen Zwischenstopp und warum nicht die Gelegenheit nutzen und sie ein bisschen besser kennenlernen? Deshalb haben wir uns entschieden, auch direkt zwei Nächte zu bleiben. Ist zwar erheblich teurer, aber dafür hat man weniger Stress und sieht mehr.
Also, Avignon liegt in Südfrankreich am Ufer der Rhône, hat etwas mehr als 90.000 Einwohner und eine Brücke, auf der man Tanzen kann. Dazu wird man schließlich in dem Lied aufgefordert, egal in welcher Sprache man es singt. Dass die Brücke nur zu Hälfte gebaut ist und deshalb mitten über dem Fluss endet, wird im Lied nicht erwähnt und weder Denise noch ich wussten das. Mal wieder was gelernt.
Nun aber erstmal zurück zur Anfahrt. Wie im letzten Beitrag erwähnt, mussten wir seeeehhhrr früh aufstehen, nämlich schon vor fünf Uhr morgens. Um sechs sind wir dann los gelaufen Richtung Bahnhof. Richtig, gelaufen. Unserem Gastvater war das nämlich zu früh, um uns zu bringen oder gar aufzustehen, deshalb sind wir halt die zwei Kilometer im Dunkeln mit den großen Rücksäcken gelaufen. Zum Glück waren es schon über 15 Grad Celsius und wir haben wenigstens nicht gefroren.

Nachdem wir zuvor bei fast jeder Zugfahrt Stress wegen verspäteten Zügen und damit (fast) verpassten Anschlüssen hatten, sind wir zu dem Punkt der Reise nur noch mit mindestens einer halben Stunde Umsteigezeit und mindestens einer weiteren möglichen Verbindung als Reserve gefahren. Deshalb sind wir so früh los. Bei sechs Umstiegen wollten wir kein Risiko eingehen, das Hostel in Avignon war immerhin schon bezahlt.
Den ganzen Stress noch gut in Erinnerung erwarteten wir den anstrengendsten Reisetag der kompletten Europatour. Sechs Mal umsteigen, Fünfzehn Stunden Zugfahrt, zu wenig Schlaf…

Zum Glück war dem nicht so. Im Gegenteil, es war mit der schönste Reisetag überhaupt. Wir sind durch malerische Landschaft gefahren und hatten fantastische Ausblicke. Auch einige der Bahnhöfe waren wunderschön. Zum Beispiel der Grenzbahnhof Italien/Frankreich. Mitten zwischen einigen Bergen gelegen, liegt Modane. Der kleine Bahnhof dieses Ortes sieht mehr aus wie eine Almhütte und man kann von dort aus die Burg auf einem nahen Berg und ferne Blumenwiesen auf anderen bewundern. Das Wetter war auch fantastisch, sonnig und nicht zu warm oder zu kalt. So macht Umsteigen richtig Spaß!

Auch alle Züge waren – wir konnten es auch kaum glauben – pünktlich. Nur ein Zug viel aus und wir mussten eine Strecke mit einem Ersatzbus fahren, den wir zum Glück auch noch geradeso erwischten. (Damit sind wir am Ende sogar sieben Mal umgestiegen! 😮 )
Trotz allem waren wir natürlich ziemlich erschossen, als wir gegen neun endlich das Hostel erreichten. (Bzw. erstmal vorbei marschierten, so k.o. waren wir. Es liegt aber auch eher versteckt…) Nicht so schön, wie das in Salzburg, aber definitiv okay. Und direkt im Zentrum und mit nur etwa 20€ Euro pro Nacht relativ günstig.
Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg, die Stadt zu erkunden.
Wir frühstückten am Fuß des imposanten Papstpalastes (angeblich der größte gotische Palast der Welt) und machten uns anschließend auf den Weg, die berühmte Brücke zu finden.

Dank Wegweisern war das auch nicht schwer. Unterwegs kamen wir an hübsches Gässchen vorbei. Zumindest die Altstadt ist echt sehenswert!
An der Brücke angekommen dann die Enttäuschung: kostenpflichtig. Tatsächlich kostet der Besuch der Brücke ganze 5€. Gut, dazu gehört dann auch noch ein Museum, aber das wussten wir da noch nicht und waren auch erstmal nicht bereit, Geld zu zahlen. Stattdessen erklommen wir einen alten Wachturm daneben und fanden uns plötzlich auf einer Plattform mit fantastischem Ausblick wieder. Den möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Von hier konnten wir außerdem auch gut die berühmte Brücke bewundern. Und wie man sehen kann, ein weiterer fantastischer Tag!
Als wir noch weiter nach oben stiegen, fanden wir einen schönen kleinen Park vor, den Rocher des Doms. Direkt oberhalb der Rhône hat man einen fantastischen Blick über die Altstadt und das umliegende Land.





Von dort landet man übrigens wieder direkt am Papstpalast und wir wieder schnell bei uns im Hostel. Also sind wir zurück und haben mal wieder ein bisschen Pause gemacht. Also mal wieder Netflix geguckt und dabei Schokolade gefuttert. 😇
Abends sind wir dann nochmal los und haben die Abendstimmung genossen.

Und dann war’s auch schon wieder vorbei kit unserer Zeit in Avignon.
Eine Zeit lang spielten wir noch mit dem Gedanken, am nächsten Morgen wieder früh aufzustehen, um eventuell einen schönen Sonnenaufgang sehen zu können, dann haben wir schlafen diesem Plan doch vorgezogen. 😉
Wir hatten schließlich noch viel vor für den Tag. Nächstes Ziel der Reise: Barcelona.
Und damit es auch spannend bleibt: ein Rätsel. Warum hingen in dieser französischen Stadt überall italienische Flaggen?

Wer’s weiß kriegt nen Keks, wir haben nämlich bis heute keine Ahnung…





