Barcelona ist jetzt schon über einen Monat her und ich muss leider gestehen, dass ich daher nicht mehr alles ganz genau erzählen kann…. dafür gibt’s aber jede Menge Bilder!
Am Montag, den 30. September sind wir in Avignon aufgebrochen. Auch wenn wir wieder nur Regionalzüge nehmen konnten, mussten wir dieses Mal nur ein einziges Mal umsteigen. Die komplette Strecke verlief am Meer, sodass wir die ganze Zeit einen fantastischen Blick hatten (sehr zu Denise Freude, denn was für mich die Berge waren, war für Denise das Meer).


Umsteigen mussten wir am Grenzbahnhof Port-Bou (oder Port Bou oder Portbou, es wird jedes Mal anders geschrieben…). Ein kleiner Ort direkt am Meer, mit einer wunderschönen, felsigen Bucht. Da haben Denise und ich doch gleich mal unsere Umsteigezeit verlängert und haben zum ersten Mal auf der Reise im Meer gebadet! 😇

Als wir in Barcelona ankamen, war es dafür leider schon dunkel. Und da unsere Hosts kein Auto hatten, mussten wir mal wieder laufen – etwa eine Dreiviertelstunde, mit den großen Rucksäcken und bergauf. Entsprechend k.o. kamen wir dann an.
Unsere Gastmutter entpuppte sich als kleine, sehr herzliche Powerfrau, die uns zusammen mit ihrem Sohn und ihrer Mutter hostete. Zu unseren Aufgaben gehörte einkaufen, kochen und vor allem: die Küche putzen.
Die folgenden zwei Tage arbeiteten wir wieder den ganzen Tag, sodass wir in zwei Tagen das Arbeitspensum von drei Tagen schafften und uns damit einen weiteren freien Tag erarbeiten konnten. Am Donnerstag sind wir dann los, um Barcelona zu erkunden. Ich war vor ein paar Jahren schon Mal in der Stadt und wollte gerne nochmal den Parc Qüell, mein Highlight von damals, sehen. Denise war noch nie da und wollte demnach alle größeren Sehenswürdigkeiten sehen – ohne allerdings zu wissen, was diese überhaupt waren.
Unsere Gastmutter arbeitete zusammen mit uns einen Tagesplan aus und los ging’s. Erstes Ziel: Parc Güell! 😍😇
Dort angekommen verstand Denise dann auch endlich, warum ich sie die zahllosen Stufen zum Park hochgezwungen hatte. Der Park ist einfach magisch. Designed von Gaudí schlingen sich die Wege zwischen Palmen hindurch oder führen über kleine Brücken durch tropisch anmutende Mischwälder. Kleine Mosaike verzieren immer wieder die Mauern und man hat einen fantastischen Blick über die Stadt bis hin zum Meer. Überall sind Straßenkünstler, sodass man permanent von irgendwoher Musik hören kann und selbst die aufdringlichen Souvenirverkäufer tragen irgendwie zum Flair bei. Okay, ich liebe diesen Park einfach. 💁😂





Im Park wimmelte es natürlich von Touristen, sodass wir seit langem mal wieder regelmäßig Deutsch zu hören bekamen. Dass wir umgekehrt natürlich genauso häufig verstanden wurden, merkten wir spätestens, nachdem Denise zu mir bemerkte: Schau mal, Jojo, von hier sieht man sogar diese komische Kirche, von der du andauernd redest!, woraufhin nicht nur ich, sondern auch die Frau neben uns loslachen musste. Gemeint war natürlich die Sagrada Familia, das berühmte Wahrzeichen der Stad. Die Kathedrale beeindruckt nicht nur mit ihrer Architektur, sondern auch mit ihrer Bauzeit von inzwischen mehr als Einhundert Jahren. Lachen mussten wir, weil Denise dieses imposante Bauwerk als komische Kirche betitelt hatte (ein Titel, der wirklich so gar nicht zu der Kathedrale passen will), und sich zusätzlich auch noch ungewollt als ahnungslos gegenüber den Sehenswürdigkeiten der Stadt geoutet hatte. Definitiv ein schöner Moment für mich. 😂😇 Zu sehen ist die komische Kirche übrigens auf dem drittletzten Bild.
Anschließend sind wir weiter, Richtung Hospital de la Santa Creu i Sant Pau. Auch dieses Gebäude beeindruckt mit zahlreichen Mosaiken.
Anschließend sind wir eine der wenigen diagonal verlaufenden Straßen entlanggelaufen, um am Ende am Fuß der komischen Kirche zu stehen. (Okay, genug Witze auf Kosten von Denise…)

Da eine Eintrittskarte den Rahmen unserer Reisekasse gesprengt hätte, konnten wir sie nur von außen bewundern. Da ich mit dem Schüleraustausch vor ein paar Jahren aber schon einmal drinnen war, konnte ich Denise wenigstens von der beeindruckenden Architektur berichten. Wenn ihr mal in Barcelona sein solltet und das nötige Kleingeld habt: besichtigt die Kathedrale unbedingt auch von innen! In meiner Erinnerung sieht es im Inneren ein bisschen wie in einem Wald aus, da die Säulen hoch oben an der Decke wie ein Blätterdach auffächern. Und überall sind kleine Buntglasfenster, sodass Licht von allen Seiten hereinscheint.
In einem kleinen Park neben der Kathedrale machten wir Pause. Nachdem wir alles mitgebrachte Essen aufgegessen hatten, war uns noch nach Eis. Leider kostet das, besonders an einem so touristischen Ort, eine ganze Menge Geld. Und da kam uns eine unserer besten Ideen überhaupt: wir machten uns auf die Suche nach einem Supermarkt und wurden schnell fündig. Und dort gab es doch tatsächlich eine Viererpackung Eis der Eigenmarke für – haltet euch fest – kaum mehr als einen Euro. Fantastisch!! Wie Weihnachten und Geburtstag zusammen!!! (Eis ist meiner Meinung nach das allerbeste Essen überhaupt, nur damit ihr’s wisst.) Schnell waren wir also im Besitz dieser vier Schätze, die zusammen nur etwa ein Drittel jeder Kugel Eis in der Umgebung gekostet haben.

Und wer jetzt denkt, dass zwei Eis pro Person vielleicht ein bisschen übertrieben ist, kennt mich sehr schlecht. Zum Glück habe ich in diesem Punkt in Denise eine Seelengefährtin gefunden, denn auch sie hatte ausschließlich positive Gefühle dabei, gleich zwei Eis hintereinander essen zu dürfen.
Absolut zufrieden sind wir dann weiter zum letzten Ziel der Tagestour, dem Parc de la Ciutedella. Unsere Gastmutter hatte uns extra einen bestimmten Weg rausgesucht, sodass wir frontal auf den Park zuliefen und einen besonders schönen Blick haben würden. Wir wurden nicht enttäuscht.


Im Park haben wir dann auch endlich Fotos von den bunten Vögeln machen können, die schön im Parc Güell frei rumflogen.

Anschließend haben wir den Tag ausklingen lassen und haben uns im Sonnenuntergang wieder auf den Heimweg gemacht.


Am nächsten Tag stand dann wieder putzen an und am Samstag dann endlich: Strandtag. Allerdings sind wir erst Nachmittags los, weil wir vorher mal ein bisschen Pause gemacht haben und auch wieder Arbeit auf workaway anstand. Trotzdem hatten wir ein paar sehr schöne Stunden am Strand.



Leider konnten wir dort nur einzeln ins Wasser, weil wir besonders gut auf unsere Sachen aufpassen mussten. Und die zahlreichen Verkäufer von Wasser, Bier, Cocktails, Strandtüchern, etc. haben irgendwann sehr genervt. Aber nicht genug, um uns zu verscheuchen. So sind wir geblieben, bis die Sonne schwächer wurde.
Am nächsten Tag stand dann Kultur auf dem Plan. Am ersten Sonntag im Monat sind die meisten Museen in Barcelona nämlich kostenlos. So sind wir in das Museum über die Geschichte der Stadt und haben uns die Mauerreste unter der Erde angeschaut.

Außerdem sind wir noch ein wenig in der angrenzenden gotischen Altstadt herumgelaufen, dem einzigen Teil der Stadt, in dem die Straßen nicht mit dem Linear gezogen wurden.

Außerdem sind wir die Ramblas langgelaufen und es gab natürlich wieder Eis. Also zwei für jeden. 😇
Anschließend haben wir noch mal einen Tag gearbeitet und am Dienstag ging’s weiter in Richtung Andalusien! 😍😇
Langer Beitrag, ich weiß. Dafür gibt’s aber auch mal jede Menge Bilder. Und bei einer Stadt wie Barcelona erlebt man eben auch besonders viel. 😉

