Abenteuer Ungarn (Ankunft)

Egal, was ich bisher erlebt habe, Ungarn hat alles mit Leichtigkeit in den Schatten gestellt. Ohne Frage.

Bevor wir losgereist sind, wusste ich ziemlich wenig über Ungarn. Tatsächlich ist es das einzige Land auf unserer Reise, in dem ich noch nie zuvor war, weshalb ich mich eigentlich sehr darauf gefreut habe.

Alles fing damit an, dass unser Zug aus Wien mit großer Verspätung am Hauptbahnhof in Budapest ankam. Von dort mussten wir per Bus zu einem anderen Bahnhof (Zuglo), von dem dann der nächsten Zug abfuhr. Da wir unseren Bus nicht finden konnten, sind wir zum Info-Schalter im Bahnhof, um dort zu fragen.

Dummerweise sprach die Frau dort nur sehr bruchstückhaft Englisch, (an einem internationalen Hauptbahnhof (!!!), damit hatten wir nicht gerechnet). Statt aber einfach zu sagen, dass sie uns nicht verstehe, zeigte sie scheinbar wahllos in irgendwelche Richtungen, sodass wir am Ende verwirrter waren als vorher. Da unser Zug der letzte des Tages in unsere Richtung war, bekamen wir langsam Stress.

Unsere Rettung war ein Busfahrer, dem wir unsere Busnummer auf dem Handy zeigten. Dieser konnte zwar gar kein englisches Wort, aber uns mit Händen trotzdem irgendwie erklären konnte, wo unser Bus fuhr. Am Ende wussten wir sogar, auf welcher Straßenseite. Wir also hin, rein in Bus (nachdem der Busfahrer auf unsere Frage Zuglo? bestätigend genickt hatte) und endlich waren wir unterwegs.

Kurz darauf fiel mir auf, dass wir gar kein Busticket hatten, aber das war uns dann auch egal. Es waren eh nur knapp zehn Minuten Fahrt.

Am Bahnsteig dann der nächste Stressfaktor: alles war eine große Baustelle, also Schutthaufen und keine Anzeigetafeln. Nachdem wir eine Zeitlang die im Minutentakt an- und abfahrenden Züge beobachtet hatten, konnten wir aus den Richtungen zumindest herausfinden, auf welchem der beiden Gleise unser Zug einfahren würde. Kommunikationsversuche auf englisch schlugen weiterhin fehl, bis wir endlich eine junge Frau fanden, die uns zumindest halbwegs erklären konnte, dass unser Zug Verspätung hatte und die versprach, uns zu sagen, wenn unser Zug einfuhr. Ein schöner Moment.

Irgendwann saßen wir dann tatsächlich im richtigen Zug und schon erschien der nächste Stressfaktor: durch die Verspätung wurde die nächste Umsteigezeit knapp. Und wir realisierten, dass es vielleicht besser gewesen wäre, in Budapest festzusitzen, als in irgendeinem Kaff irgendwo in Ungarn. (Das übrigens auch noch den unaussprechlichen Namen Kiskunfélegyháza trägt.) Tja, da war es dann auch schon zu spät. Und während ich die kompletten anderthalb Stunden Fahrt die Anzeigen beobachtet habe, auf denen unsere Verspätung immer größer und damit der nächste Zug immer unerreichbarer wurde, hat Denise mir das Rechnen und nach Alternativen suchen überlassen und gestresst Gummibärchen vor sich hin gefuttert. (Inzwischen ein running joke bei uns 😀 .) Als unser Zug endlich in Kiskunfélegyháza ankam, hatten wir eine Umsteigezeit von minus einer Minute. Wir konnten also nur hoffen, das der andere Zug warten würde oder zumindest nicht auf die Minute pünktlich abfahren würde.

Während wir also an der Tür gewartet haben, dass der Zug anhält, haben wir uns innerlich darauf vorbeireitet, gleich wie die anderen Passagiere über die Gleise zum nächsten Zug zu rennen. (Bevor ihr jetzt völlig geschockt über diesen Leichtsinn den Kopf schüttelt: das ist anscheinend üblich in Ungarn. Direkt am Hauptbahnhof in Budapest hatten wir das auch schon beobachtet. Dazu sollte vielleicht gesagt sein, dass die Bahnsteige auch wesentlich tiefer gebaut sind, fast schon auf Höhe der Schienen, und die Züge zur Warnung hupen, bevor sie losfahren. Aber ja, war für uns auch eine komische Vorstellung.)

Nach ein bisschen Sprinten (zum Glück aber doch nicht über die Gleise), gestresst im Kreis drehen und nach Anzeigen oder Schildern suchen (vergeblich) und gescheiterten Kommunikationsversuchen mit Bahnangestellten, konnte uns erneut eine junge Frau weiterhelfen. Sie erklärte uns, dass alle Züge verspätet wären und unser Anschlusszug erst in ein paar Minuten ankommen würde.

So hat am Ende dann doch alles geklappt und wir sind gut am finalen Bahnhof (Kiskunmajsa) angekommen.


Weiter geht’s im nächsten Beitrag… 🙂

Hauptbahnhof Budapest (Bahnsteige sind hier noch erstaunlich hoch)
Fun Fact: Der Weihnachtsbaum war auf dem Rückweg wieder verschwunden… 😀

1 Kommentar zu „Abenteuer Ungarn (Ankunft)

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