Fazit der ersten Etappe

Meine erste Reiseetappe bestand aus knapp vier Wochen Niederlande und Belgien.

Am 19. Juli ging’s los in die Nähe von Hoogeveen (NL), um dort zusammen mit meiner Freundin Johanna auf einem kleinem Pferdegestüt zu arbeiten. Dort haben wir beinahe täglich die Paddocks abgeäppelt, Wasser nachgefüllt und Heu verteilt. Am 30. Juli waren für einen Tag in Amsterdam und ansonsten haben wir große Teile unserer freien Zeit am benachbarten See verbracht, besonders in der ersten super heißen Woche (Temperaturrekorde, knapp 40° C).

Am 4. August bin ich dann – ab jetzt allein unterwegs – nach Izegem (B) aufgebrochen, mit einem Zwischenstopp in Antwerpen (Bericht folgt noch, versprochen). In Izegem habe ich eine Familie mit Hund und Kleinkind besucht und dort gekocht, geputzt, gebabysittet und den Hund spazieren geführt. Am 6. August waren wir alle zusammen am Meer, am 7. Bin ich dann allein nach Brügge gefahren, um diese wunderschöne Stadt zu erkunden. Am 10. Hat mich die Familie mit nach Gent genommen. Dort habe ich mich von allen verabschiedet und bin wieder auf Erkundungstour gegangen. Abends hatte ich das Haus dann ganz für mich, bevor ich am nächsten Tag weitergezogen bin.

Auf dem Weg zu meinen dritten Hosts in der Nähe von Booischot (B) am 11. August habe ich wieder einen Zwischenstopp eingelegt, diesmal in Brüssel. Am nächsten Tag durfte ich dann bei einem sehr interessanten Projekt mithelfen: ein eigenes Haus aus Stroh und Lehm bauen. Das hat mit viel Spaß gemacht. Am zweiten Tag stand leider nur Gartenarbeit an und am 14. August ging schon mein Zug zurück nach Hause. Beziehungsweise die sechs Züge, denn leider gab es keine direkte Verbindung nach Göttingen (Überraschung!!). Dafür hatte ich die Gelegenheit, Aachen ein wenig kennenzulernen.

Und plötzlich war ich wieder zu Hause. Die Reaktionen meiner Familienmitglieder gingen von einem begrüßenden Kopfnicken in meine Richtung bis hin zu Freudentränchen. Im Prinzip wie erwartet also. 😀

Als Fazit kann ich sagen, dass mir diese erste Etappe sehr gut gefallen hat. Ich habe drei sehr nette, aber auch sehr unterschiedliche Familien kennenlernen dürfen, workaway läuft bisher wie erhofft! Die Niederlande und Belgien kann ich auch als Reiseländer empfehlen. Nichts für Leute, die nach einem großen kulturellen Unterschied suchen natürlich, aber dafür konnte ich täglich von der Ähnlichkeit zwischen dem Deutschen und dem Niederländischen bzw. Flämischen profitieren. (Sei es als Volkabelhilfe, wenn niemand mehr auf Englisch weiterwusste, an Bahnhöfen und in Zügen, um Anzeigen verstehen zu können oder einfach um beim Abendbrot dem Gespräch ab und zu ein wenig folgen zu können und dann alle mit einem Kommentar zu überraschen – das hat besonders Spaß gemacht 😀 😊 .) Dadurch bieten sich diese Länder auch gut als Einstiegsreiseländer an. Belgien bietet noch den Bonus, dass Reisende unter 26 dort für fast jede Bahnfahrt nur 6,60€ zahlen, egal wie weit sie fahren. Ein echtes Schnäppchen!

Wenn wir gerade vom Geld reden, ich habe erstaunlich wenig ausgeben müssen, sehr zu meiner Zufriedenheit. Da ich durch workaway das Geld für Unterkünfte und Essen fast komplett einspare, habe ich das meiste für Zugtickets ausgegeben. Insgesamt etwa 170€. Klingt viel, hat mir aber ermöglicht, drei Familien kennenzulernen und zusätzlich noch sechs weitere Städte zu besichtigen. Außerdem habe ich etwa 20€ für Andenken und Postkarten ausgegeben und knapp 10€ für Proviant unterwegs. Mit 200€ innerhalb von vier Wochen, also etwa 7,50€ pro Tag, bin ich, denke ich, ganz gut weggekommen! 😊

Zum Thema Heimweh: Ich war noch nie solange von zu Hause weg und hatte natürlich mit Heimweh gerechnet. Und natürlich hatte ich auch immer mal wieder Momente, in denen ich lieber zu Hause gewesen wäre. Ich denke, das ist total normal und solange es nicht überhandnimmt, auch völlig in Ordnung. Meine Tipps: überlegen, warum man so gerne Reisen wollte, was man schon alles Tolles erlebt hat und was einen zu Hause immer so genervt hat (letzteres wirkt tatsächlich ziemlich gut 😀 ). Oder einfach mal zu Hause anrufen. Oder Schokolade (wahlweise auch Kuchen oder Kekse), das hilft immer, am besten noch in Kombination mit ner Wärmflasche. Manchmal tat mir eine kleine Pause von allem gut, einfach mal ein bisschen dösen, lesen oder Musik hören, manchmal war Ablenkung und etwas unternehmen das Beste für mich.

Außerdem kann ich euch sehr empfehlen, auch mal eine Weile allein zu reisen. Ja, man muss sich zu Beginn dran gewöhnen, aber dann ist es echt cool! Man hat die Freiheit, überall hinzugehen und manchmal einfach auf dem Absatz kehrt zu machen und lernt die Leute noch intensiver kennen. Was nicht heißen soll, dass ich unzufrieden war zu zweit, überhaupt nicht! Beide Arten zu Reisen haben Vor- und Nachteile, aber ich denke, dass viele Leute ein bisschen davor zurückscheuen, sich alleine auf den Weg zu machen, und das ist schade.

Abschließend möchte ich noch den Tipp geben, nicht alles so schwer zu nehmen. Beim Reisen muss man flexibel sein und darf sich nicht von Kleinigkeiten runterziehen lassen. Kein Gemüse mehr? Dann gibt’s halt Nudeln mit Öl und Salz. Die Hosts sind anders als erwartet? Vielleicht macht’s so ja noch mehr Spaß. Zwei Stunden Aufenthalt, da es keine guten Zugverbindungen gibt? Warum nicht die Gegend erkunden? 😉  


Ich hoffe, euch hat die erste Etappe gefallen! Natürlich geht’s noch weiter, das war ja erst der Anfang! 😊 Ich würde mich freuen, wenn ihr mich auch weiterhin auf den großen und kleinen Abenteuern meiner Reise begleitet! Bis bald!!

1 Kommentar zu „Fazit der ersten Etappe

  1. Avatar von Katharina Seele
    Katharina Seele 26. August 2019 — 08:10

    Na, das ist ja ein sehr positives Fazit der ersten Etappe. Die zweite wird sicher ganz anders, aber sicher auch spannend, aufregend und ganz sicher auch sehr schön. Viel Spaß wünscht dir deine Lieblingskommentatorin 🤗😊

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