Chiemsee & Italien

Ich war wieder unterwegs, quasi zwei Reisen in einer.. Ich werde versuchen, mich diesmal etwas kürzer zu fassen und die Bilder für sich sprechen zu lassen! 😇

Los ging’s am Freitag, den 9. September 2022, erstmal nach München zu einer Taufe am Starnberger See. War total schön, die ganze Familie mal wieder zu sehen!

Am Sonntag sind wir dann weiter zum Chiemsee gefahren. Es wartete eine Woche Urlaub mit Mama und Papa auf mich und ich wurde wie ein Einzelkind verwöhnt. Durch Corona und Uni war ich schon lange nicht mehr so richtig mit den beiden weg und es war echt schön. 💖

Am Anfang der Woche war das Wetter noch mega und wir nutzten die Zeit, um auf die Kampenwand und den Hochfelln zu wandern (allerdings mit Gondel-Unterstützung). Auf die Kampenwand sind wir bis ganz nach oben geklettert – sogar Mama. Für mich das erste Mal und der Ausblick war mega!

Am Mittwoch sind wir zum Kloster Seeon gefahren und dort um die Seen gewandert. Wir konnten sogar ins Wasser um zu baden, so warm war es noch. Leider schlug das Wetter danach komplett auf Herbst um und es wurde kalt, windig und regnerisch. Wir hatten trotzdem eine schöne Zeit, haben die Kite-Surfer beobachtet, Phase 10 gespielt, eine Führung durch eine Bierbrauerei gemacht (mit tasting) und in Rosenheim eine Eiszeit-Ausstellung besucht (in der es zum Glück schön warm war!).

Am Sonntag bin ich dann nachmittags in den Zug nach Italien gestiegen, in dem Lina schon auf mich wartete. (Lina ist eine Freundin aus der Uni, ihr kennt sie schon vom Bodensee.) Den Zug fuhr bis Bozen in Italien, wo wir unsere erste Pizza aßen und dann in den Nachtzug nach Rom stiegen. Nachtzug müsste hier aber eigentlich in Anführungszeichen stehen, weil auch wenn da Nachtzug draufstand, die Sitze waren so ziemlich das unbequemste überhaupt. Total hart, mit grader, nicht verstellbarer Lehne und wenig Beinfreiheit. Jeder andere italienische Zug, in dem wir später fuhren, hatte bequemere Sitze… Wer auch immer sich das ausgedacht hat. 🙄 Ich habe kaum drei Stunden geschlafen, und das auch eher in Bruchstücken, was ich unter anderem auch noch meinem rücksichtslosen Sitznachbarn (grrrr) zu verdanken hatte.

Dementsprechend fertig kamen wir in Rom an – um 6 Uhr morgens. Da das Hostel erst um 9 Uhr öffnete, spazierten wir nach einem kurzen Frühstück samt Gepäck erstmal zur Trevi-Fontäne, bei der selbst um die Uhrzeit schon gut was los war (lauter junge Frauen in schicken Kleidern, die sich fotografieren ließen…). Nachdem wir unser Gepäck endlich abgegeben hatten, erkundeten wir Rom weiter. Da wir bei jeder kleinsten Pause drohten einzuschlafen, liefen wir an diesem ersten Tag gute 20 Kilometer. Ich glaube, ich muss niemandem erzählen, wir gut wir am Abend einschlafen konnten 😂. Wir sahen aber viele schöne Teile der Stadt.

Am Dienstag hatten wir eine geführte Tour gebucht, die uns zum Vatikan führte. Als wir dort ankamen, ging die Schlange für den Petersdom einmal um den ganzen Platz und die anderthalb Stunden Wartezeit war es uns dann doch nicht wert. Also gingen wir erstmal Pizza essen. Als wir danach zurück kamen war die Schlange um mehr als die Hälfte geschrumpft – wie unser Guide gesagt hatte war es zur Mittagszeit deutlich ruhiger. Nach einer halben Stunde Wartezeit waren wir im Dom und Wow. Ich war jetzt schon in einigen großen Kirchen, aber der war echt beeindruckend. Ich zitiere romlive.de: Mit ihren Maßen von etwa 211m in der Länge, 187m in der Breite und 132m in der Höhe ist die beeindruckende Basilika mehr als doppelt so groß wie der Kölner Dom. Große Zahlen 😮. Nichtsahnend und unreligiös wie wir sind, hatten wir wenig Ahnung von allem, aber viel Freude beim Entdecken. Zwischendurch sind wir durch Zufall in den Grabkammern gelandet. Voll mit Steinsärgen (Marmor hauptsächlich, glaube ich), die ältesten einfach aus dem 11. Jahrhundert. Eine Frau haben wir auch entdeckt, juhu. Eine vor ihrem Bruder geflüchtete Königen von Zypern, Charlotte von Lusignan-Savoyen (1444-1487). Ein bisschen gruselig war das schon, mit den Männern oben auf den Särgen im Stein abgebildet wie in ihrem Totenbett.

Anschließend liefen wir noch weiter durch die Stadt und sahen z.B. das fast 2000 Jahre alte Pantheon. Dieses ist auch sehr beeindruckend, mit einer großen Steinkuppel, bei der nicht klar ist wie sie erbaut werden konnte, da dies selbst heute fast unmöglich wäre.

Am Mittwoch reisten wir wieder ab, allerdings besichtigten wir noch einen Park und die umliegenden Sehenswürdigkeiten. Auch sehr schön.

Abends kamen wir dann in Piombino an, die kleine, ruhige Stadt an der Küste ein krasser Kontrast zum vollen Rom. Die nächsten Tage verbrachten wir hier am und im Meer, lasen viel und ich entdeckte das beste salted-caramel Eis, das ich je gegessenen habe (bei Gelateria Top1, falls es euch da mal hin verschlägt).

Unsere letzte Stadt war Florenz, allerdings ließen wir es uns nicht nehmen, unterwegs einen kleinen Zwischenstopp in Pisa zu machen und uns diesen schiefen Turm mal genauer anzusehen. Fazit: ist wirklich schief. Aus dem Winkel, aus dem wir kamen, sah er allerdings erstmal gar nicht so schief aus, da kam erst beim drumherum laufen. Ansonsten waren vor allem die Menschenmassen imposant, die alle irgendein in ihren Augen witziges Foto mit dem Turm wollten. Leider habe ich keine wirklich kreativen Ideen gesehen. 🤷🏻‍♀️

Abends kamen wir im strömendem Regen in Florenz an und wurden erstmal richtig nass. Zum Glück war das Wetter am nächsten Tag besser und wir konnten auf Stadterkundung gehen. Lina gefiel Florenz am besten, während ich Rom am liebsten mochte. Trotzdem fand ich Florenz auch ziemlich schön, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Den Sonntag und Montag verbrachten wir damit, durch die Stadt zu laufen, bis wir alle Sehenswürdigkeiten auf der Karte des Hotels besichtigt hatten. in der Kathedrale waren wir allerdings nicht, die war uns zu teuer. 😅

Am Montagabend traten wir unsere Rückreise an. Unser Nachtzug sollte eigentlich um 10 Uhr in Florenz abfahren, wegen einer Störung auf der Strecke kam er allerdings erst gegen elf Uhr. Und mit dieser Verspätung begann die kleine Odyssee unserer Rückreise. Immerhin waren es diesmal ein Zug aus Österreich mit deutlich bequemeren Sitzen und kleinen 6er Abteilen. Die Sitze konnte man soweit nach unten schieben, dass sie mit der Reihe gegenüber abschlossen. zu viert konnten wir uns so eine kleine Liegefläche teilen und ich konnte ein bisschen mehr schlafen als auf der Hinfahrt. Kurz vor 6 waren wir allerdings wieder alle wach, denn wir standen außerplanmäßig – und das ausgerechnet in einem Tunnel. Mehr als zwei Stunden bewegten wir uns nicht vom Fleck und wir konnten die Tunnelinnenwand in aller Ausführlichkeit bewundern. Als wir endlich aus dem Tunnel kamen war es draußen schon hell geworden. Den Grenzbahnhof Villach erreichten wir um zwanzig nach neun – statt viertel vor vier, wie es nach Plan gewesen wäre, also mit über fünfeinhalb Stunden Verspätung. Zu der Zeit hätten wir eigentlich schon in München sein sollen… Später erfuhren wir, dass wir wohl eine Art Motorschaden der Lock gehabt hatten. Eine italienische Lock musste dann kommen, um uns erstmal aus dem Tunnel zu ziehen, allerdings brauchten wir danach wieder eine österreichische, da es ja eigentlich ein Zug der ÖBB war. Ein großes Hin und Her. Um kurz vor fünf (am Dienstag, 27. September 2022) war ich dann endlich in Erlangen – 31 Stunden nach unserem check-out im Hotel.

Ein Gutes hatte das ganze Gewarte allerdings: ich wäre sonst niemals so mit meinem Sitznachbarn ins Gespräch gekommen und kamen irgendwann auf das Thema Nachnamen. Ich hab mir nichts dabei gedacht und nur kurz Seele gesagt, aber da meinte mein Sitznachbar plötzlich „Witzig, so heißt mein Chef auch“. Das hat mich dann doch stutzig werden lassen, so häufig gibt es den Namen schließlich nicht. Und als er dann auf meine neugierige Nachfrage meinte „Jaa, der Jan“ machte ich wirklich große Augen. Lange Rede kurz: von all den Zügen und aus all den Abteilen in diesem Zug hatte ich ausgerechnet den Sitzplatz neben einem Angestellten von Jan bekommen. Wir konnten es gar nicht glauben und haben Jan natürlich sofort angerufen. Der hatte auch seinen Spaß. Zufälle gibt’s, die kann man sich echt nicht ausdenken. Und ohne die Verspätung hätten wir da vermutlich niemals herausgefunden.

1 Kommentar zu „Chiemsee & Italien

  1. Avatar von Jette

    Tolle Reise habt ihr gemacht! Ich bin übrigens auch mehr Rom-Fan ✌️
    Zu eurem erstaunlichen Zufallstreffen im Zug.. da kann Dir Tina auch eine Geschichte erzählen. Gab da mal was ähnlich witziges, was nicht im Zug stattfa d, aber im Zug kam die Erkenntnis 😉

    Gefällt 1 Person

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