Lübeck

Ich bin wieder unterwegs gewesen!🥳 Mit Denise war ich etwa eine Woche in Lübeck in einem schönen Hostel und wir haben wie immer viel zu erzählen!

Aber fangen wir von vorne an: gestartet bin ich – nachdem die ersten Klausuren geschafft waren – am Donnerstag (11. August 2022) in Richtung Göttingen. Dort war ich über Nacht und bin dann weiter nach Lübeck. Denise hab ich am Bahnhof getroffen – dank einiger Verspätungen und verpasster Anschlüsse kamen wir zufälligerweise ziemlich gleichzeitig an.

Zum Hostel läuft man eine knappe Viertelstunde, dann konnten wir schon direkt einchecken und ins Zimmer. Das Hostel hat einen ganz besonderen Stil, ist aber sehr sauber und gemütlich. Das ist gut so, denn hier bleiben wir die nächsten acht Nächte. (Gut, es liegt in DER Partystraße Lübecks und es wird nachts dementsprechend laut, aber mit Oropax ist das auch kein Problem mehr und die gibt’s hier kostenlos.)

Nachmittags sind wir dann direkt noch los ans Meer, zum Timmendorfer Strand. Mit dem Zug fährt man keine Viertelstunde. Dort wurden wir ein bisschen erschlagen von den Massen, die den Strand belagerten, ansonsten war es aber sehr schön. Nur zum Baden war es schon zu kalt, aber dafür hatten wir schließlich noch genug Zeit.

Am Samstag wollten wir wieder an den Strand, allerdings lieber an eine weniger überfüllte Stelle. Zwischen Travemünde und Timmendorfer Strand liegt ein kleiner Ort direkt am Wasser, bei dem ein Bus hält, der direkt am Hostel abfuhr. Ideal also. Der Bus war leider ziemlich überfüllt und überhitzt, aber dafür war der frische Meereswind beim Aussteigen umso erfrischender. Falls es euch mal in die Ecke verschlägt: wir können es definitiv empfehlen in Niendorf (Haltestelle Schwimmbad) auszusteigen. Nach wenigen Minuten Fußmarsch hatten wir den volleren, kurtaxenpflichtigen Teil des Strandes hinter uns gelassen und einen schönen Platz direkt am Wasser. Und konnten endlich baden!! 😍🌊☀ Die Wellen waren toll, manchmal einen Meter hoch.

Anschließend wanderten wir nach Travemünde zurück. Der Weg führt zwischen Feldern und durch Wald hindurch direkt an der Kante der Steilküste mit tollem Blick aufs Meer. Etwa anderthalb Stunden läuft man da, also sehr entspannt. Am Bahnhof aßen wir dann noch Eis (mit Streuseln!!) und warteten dann auf den Zug.

Nur leider kam da keiner und nach ein paar Minuten sahen wir in der Bahn-App nach: Zug entfällt. Na toll. Der danach auch. Der nächste Bus fuhr etwa eine halbe Stunde später, nur wollte da dann eine ganze Zugladung Leute rein….

Und hier muss ich nochmal einen ganz besonders großen Smartie-Orden an Denise aussprechen, da wir dank ihrer Idee die Zeit nutzen um eine Station vorzulaufen und so in einen fast leeren Bus einsteigen konnten. Danke Denise!! Die Zustände am Bahnhof Travemünde waren dafür umso erschreckender. Die Menschen prügelten sich um die Sitzplätze, schubsten sich noch während der Bus einfuhr gegenseitig fast unter die Räder und prügelten sich um die Sitzplätze. Wäre jemand bei dem Ansturm gestürzt, die Person wäre nicht wieder hochgekommen. Es war wirklich erschreckend, so etwas möchte ich nicht wieder erleben.

Am Sonntag fuhren die Züge nach Travemünde zum Glück wieder und da Zugfahren doch um einiges komfortabler als Busfahren war, fuhren wir nur bis Travemünde und liefen ab da. Diesmal wanderten wir nicht ganz bis Niendorf, sondern schlugen unser Lager vielleicht einen Kilometer davor am Fuß der Steilküste auf. Es war ziemlich windig und dadurch gar nicht so warm, weshalb wir diesmal gar nicht ins Wasser gingen, sondern einfach entspannt auf der Picknickdecke lagen, den Wellen lauschten, Hühnergötter suchten und stundenlang unsere Bücher lasen. Eine sehr erholsame Zeit!

Anschließend liefen wir wieder zurück nach Travemünde und kamen unkompliziert im Hostel an.

Abends setzen wir uns dann noch mit einer Flasche Bellini (Pfirsich-Cocktail) an den Kanal und genossen den Sonnenuntergang. Auf der anderen Seite fand an dem Wochenende ein Festival Zeit, sodass wir sogar noch gratis Musik hatten.

Am Montag stand dann Lübeck als Stadt auf dem Programm. Wir bummelten ein wenig durch die Stadt, sahen uns zum Beispiel eine Kirche und das Rathaus an. Mittags holten wir uns einen Döner und setzen uns wieder an den Kanal. Dort planten wir die nächsten Tage. Wir wollten gerne auf den Kanälen paddeln gehen, wussten aber nicht, wo wir am besten und günstigsten Boote kriegen wurden. Und wieder einmal hatten wir Glück: eine junge Frau überhörte unser Gespräch und empfahl uns den Kanu Club Lübeck. Dort würde man Boote ganz unkompliziert für 5 Euro für den ganzen Tag ausleihen können. Also nichts wie hin! Keine zwanzig Minuten später standen wir vor dem Gelände des Clubs. Nur leider kam zeitgleich mit uns auch ein mega Wolkenbruch an und wir wurden innerhalb von Minuten komplett durchweicht. Da bot kein Baum mehr Schutz. Als der Regen langsam nachließ und alles unter Wasser stand, machten wir uns dann tropfend auf die Suche nach einer Person, um wenigsten zu bestätigen, dass wir hier wirklich Boote leihen können, um dann aber an einem anderen Tag wiederzukommen (aus offensichtlichen Gründen). Danach ging’s zurück zum Hostel und unter die heiße Dusche, grade noch rechtzeitig, bevor es dann richtig zu gewittern anfing.

Abends hat Denise mir dann übrigens spontan die Haare wieder abgeschnitten – jetzt sind sie wieder schulterlang, wie in Südamerika. 😇 Gefällt mir besser und ist so viel pflegeleichter…

Falls ihr euch fragt, ob wir nicht einfach mal vorher die Wetter-Apps überprüfen hätten können, um nicht in so einen Wolkenbruch zu geraten: Nein. Die Wettervorhersagen haben uns wirklich in den Wahnsinn getrieben, alle paar Stunden änderten sich die Angaben nämlich komplett und jede App sagte nochmal was unterschiedliches. Es war wirklich schwer, so zu planen.

Der Dienstag ist dafür wieder das beste Beispiel. Tagelang hatte meine App behauptet, dass es an diesem Tag regnen würde, und falls doch mal Sonne angesagt wurde, hatte dann Denise regen. es war zum verrückt werden. Naja, Montagabend war dann zumindest für ein paar Stunden wieder Sonne angesagt und wir beschlossen, wieder an den Strand zu fahren. Tatsächlich war der Himmel fast wolkenlos und wir bekamen ziemlich viel Sonne ab, so viel, dass wir unseren Wanderung zurück nach Travemünde aus Angst vor nem Sonnenstich abbrachen und stattdessen nen Bus zurück nahmen. Aber wir konnten wieder baden. Diesmal war das Meer fast unheimlich ruhig und spiegelglatt.

Am Mittwoch sind wir dann endlich paddeln gegangen. Der Mann beim Kanu Club war der gleiche wie am Montag und begrüßte uns trocken als „Die Regendamen“. Allgemein war er vom Typ das absolute Stereotyp eines Seebärs, mit Vollbart, Mütze und wenigen Worten. Wir waren etwa zwei Stunden unterwegs und gerade die ruhigeren Gebiete des Kanals waren sehr grün und angenehm zu bepaddeln. Definitiv eine Lübeck-Empfehlung! Nachmittags legten wir uns an einem dieser ruhigeren Teile wieder mit der Picknickdecke ans Wasser, lasen, schrieben Postkarten und genossen die schöne Stimmung.

Auf unseren vorherigen Erkundungstouren hatten wir immer mal wieder Schilder eines Öko–Stadt-Pfads gesehen, den wir dann am Donnerstag abliefen. Wir konnten zum Beispiel alte Bäume bewundern und – mein persönliches Highlight – Ausstiegshilfen am Wasser, die (wie der Name sagt) Ottern und anderen Tieren (Entenküken, Igeln, etc.) das Rein- und Rausklettern ins Wassern erleichtern sollen. Außerdem besuchten wir das Marzipan-Museum im berühmten Café Niederegger, aßen dort Marzipaneis (nur 1,20 pro Kugel 🤯) und gewannen sogar etwas Marzipan durch das Beantworten von vier richtigen Fragen im Niederegger-Quiz.

Nachmittags war das Wetter so schön, dass wir spontan noch einmal ans Meer fuhren (hätte eigentlich regnen sollen, stattdessen blauer Himmel). Dort gingen wir ein letztes Mal baden. Diesmal waren wir wieder am Timmendorfer Strand, wo es im Wasser eine Plattform zum Reinspringen und sogar mit Rutsche gab. Dort hatten wir ziemlich viel Spaß.

Abends holten wir uns Pizza, die wir am Strand aßen (und gegen aufdringliche Möwen verteidigen mussten) und später, zurück in Lübeck, setzten wir uns nochmal mit einer Flasche Hugo ans Wasser und genossen die schöne Abendstimmung.

Am Freitag war das Wetter dann wirklich umgeschlagen und deutlich kühler und trüber. Gut, dass wir uns diesen Tag für einen Ausflug nach Hamburg ausgesucht hatten. Wir sind beide keine Großstadtmenschen und haben das an diesem Tag wieder sehr gemerkt, da wir doch abends beide ziemlich erschöpft und auch reizüberflutet waren. Aber wir haben ein paar schöne Sachen mitgenommen: den alten Elbtunnel (kann man durchlaufen und mit einem Fahrstuhl aus 1911 runter fahren), die Plaza der Elbphilharmonie (kann man kostenlos Tickets für bekommen und hat einen tollen Blick), die Innenstadt, die Binnenalster und vegane Fischbrötchen am Hafen (waren lecker, allerdings von Nordsee, das ist definitiv eine Marktlücke bei den ganzen lokalen Ständen – da gab’s nur Fisch).

Am Samstag mussten wir dann schon wieder abreisen – wie immer war die Woche schneller vergangen als gedacht. Bevor wir uns aber in den Zug setzen und getrennte Wege gehen mussten, gönnten wir uns noch das Schlemmerfrühstück im Café & Bar Celona. Wer da noch nie war, sollte das unbedingt mal machen, da gibt es einfach alles! Zusammen futterten wir uns durch (Liste vermutlich unvollständig) Crossaints, Zimtschnecken, Tomate-Mozzarella, Pancakes, Pudding, gegrilltes Gemüse, Rührei, Wackelpudding mit Vanillesauce, Obst und Crêpes (kann man selbst belegen😍). Das war dann Frühstück und Mittagessen in einem. 😅


Eigentlich sollte es hier nur um Lübeck gehen, aber ich gebe euch noch einen kleinen Bonus: Ich bin nämlich nach Lübeck erstmal nach Hause zu meinen Eltern gefahren. Am Sonntag war fantastisches Wetter und deshalb sind Mama und ich spontan auf den Brocken gelaufen. Das wollte ich euch nicht vorenthalten, wir hatten nämlich einen atemberaubenden Blick, vermutlich zwischen 80 und 100 Kilometern weit. 😍😍 Abends gab es dann noch Flammenkuchen von Papa – ein perfekter Tag! (Wir sind übrigens mit unserem E-Auto in den Harz gefahren und haben auf dem Hinweg ordentlich Reichweite verloren, Mama hat ordentlich geschwitzt, ob wir es wieder zurück schaffen! Zum Glück kann man bergab wieder rekuperieren, sodass wir auf dem Heimweg wieder die nötigen Kilometer Reichweite zusammenbekamen. Glück gehabt!)

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